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100 Jahre – 100 Köpfe

Wer will entscheiden, wer zu „den“ 100 Köpfen Starnbergs zählen darf? Da drückte sich so manch ein Heimatkundiger und beschwerte sich hinterher über die Auswahl. Ja, die Ausstellung wird die Gemüter heftig bewegen, erregen, vielleicht auch den erzürnen, der sich hier vergeblich sucht.


a href="/sites/default/files/wp/100Jahre1-hor1.jpg"> 100 Jahre - 100 Köpfe: Dr. Ulrike Mertz bei der Eröffnungsrede (Photo: M. Peix)

Die, „die hier zum Zuge gekommen sind, sollten bloß nicht daraus schließen, etwas gaaanz Besonderes zu sein“, so die Fotografin Ulrike Mertz, die versehentlich auf der Einladung zur alleinigen Kuratorin erklärt wurde, es aber beileibe nicht ist. Sie eröffnete die Schau als Stellvertreterin aller, die hier mitgewirkt haben. Ein ganzes Team, das mit Herzblut, Mut, Risikofreude, Engagement und  der Bereitschaft, Kritik zu ernten, eineinhalb Jahre Tag und Nacht recherchiert, fotografiert, Texte geschrieben, Konzepte erarbeitet und verworfen hat, das auch gestritten und gelitten hat. Etwaige Kritik werden die Hauptverantwortlichen Katharina Kreye, Elisabeth Carr und Ulrike Mertz nun gerne aushalten, den die Sache ist rund. Die Begeisterung überwog bei weitem bei der Eröffnung und so manches Mal hörte man den Wunsch, dass es doch einen Katalog dazu gäbe. In ihrer Vielfalt (Foto, hervorragende Texte, Beigaben aus dem Depot, Karrikaturen, Gemälde) ist es die beste Ausstellung, die das neue Museum bislang vorweisen kann. Sie verschweigt nichts, beschönigt nichts, pickt nicht nur Rosinen herraus, und bringt Jung und Alt, Normalbürger und Prominenz, Könige und Postillons, Fischer und Revolutionäre, Nazis und Widerstandskämpfer, Philosophen und Kellner gleichberechtig mit einer Fülle an Hintergrundinformationen unter einen Hut.

Wer will entscheiden, wer Besonders ist und wer nicht? Keiner.

So war der Weg, den das Team eingegangen ist, der einzig Richtige. Ulrike Mertz überzeugte in ihrer hochgelobten Eröffnungsrede mit dem Konzept der Ausstellung. Jede Persönlichkeit ist als Stellvertreter zu verstehen, für andere Ebenbürtige, für eine Sache, für Inhalte, für Institutionen. So findet man nicht nur berühmte Köpfe, sondern auch „Menschen wie du und ich“. Manche scheinen vielleicht zu wenig „starnbergerisch“ wie der Dampferkapitän Günter Engerl-Arlt, der 2012 dreißig Jahre auf dem See schippert und nicht immer ist es der berühmte Mann, es darf auch mal die Frau im Hintergrund sein (Eibl-Eiblsfeldt). Struktur findet die bewußt wilde, aber beileibe nicht beliebige Auswahl durch die Einteilung in Gruppen, die acht Zeitzohnen zugeteilt sind, von der Kaiserzeit bis zum neuen Jahrtausend. Der Ausblick in die Zukunft ist durch zahlreiche Jugendliche gegeben, wie Peter Fleckenstein, der gleichberechtigt neben der Zeitzeugin Irmingard von Bayern steht. Unbedingt anschauen und viel Zeit mitbringen.

(Dieser Artikel erschien auch im Starnberger Merkur)

Über den Autor

Astrid Amelungse-Kurth (aak)

freie Journalistin mit Schwerpunkt Kunst, Kultur, Historisches, Tradition und Vermischtes

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