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6. Lyrikwettbewerb Hochstadter Stier: Qualitätsschub

Anton G. Leitner und die Juroren des „6. Lyrikwettbewerbs Hochstadter Stier“ konnten mit dem Seminar-Jahrgang 2014 sehr zufrieden sein: Qualitativ dicht, im Vortrag sehr konzentriert und der inhaltlichen Thematik „Lieben, Lesen, Preisen“ absolut gewachsen, präsentierten sich heuer die 23 Teilnehmer, von denen einige sogar aus Kanada oder der Schweiz nach Hochstadt gefunden hatten.

“Wunderbar, dass der Saal auch zum sechsten Mal brechend voll ist“, stellte Leitner zu Beginn fest – dabei hatten die Organisatoren um Felizitas Leitner und die Hausherren des Gasthof Schuster, Christine Reithmeier und Norbert Harter, kurz vor dem Start noch mit einem Stromausfall zu kämpfen, der die Mikrofon-Anlage außer Gefecht setzte. Der „Hochstadter Stier“ jedoch ließ sich nicht beirren, scharrte etwas mit den Hufen und los ging's mit den Lyrik-Beiträgen im drangvoll-heißen Saal: Leitner und der diesjährige Ko-Mentor des vorausgegangenen Teilnehmer-Seminars, der aus Bielefeld kommende Hellmuth Opitz, gaben eigene „Lob- und Liebesgedichte“ zu Besten, ehe in tags zuvor ausgeloster Reihenfolge die 23 Lyrik-Amateure ihren Auftritt hatten.

Zur Freude der dreiköpfigen Jury (die „Münchner Turmschreiber“ Norbert Göttler, Erich Joos und die Gewinnerin des „1. Hochstadter Stiers“ 2009, Melanie Arzenheimer) hatten die ihre Nervositäten gut im Griff und verstanden es, den Texten noch durch Ausdrucksstärke weitere Würze zu geben. Dem Publikum, das per Abstimmungszettel danach seine drei Favoriten wählte, gefielen diesmal einige in Form und Inhalt zu Herzen gehende Beiträge – etwa die auf Anraten der Juroren im Berliner Jargon kredenzte Ode an die Sonne („Mächtige du“) von Mandy Golenz (Platz 3).

Die Gunst des Publikums eroberte indes der Nürnberger Karsten Paul mit einer Liebeserklärung, die schon des Morgens dahinschmelzen lässt – Kostprobe: „Dass stets die Frühstückskonfitüre / ein morgendliches Wunder sei / und Dich die Sonne dann verführe / zu einer kleinen Lächelei...“ Auch weniger leicht Zugängliches wie „Hauch II“ von Silke Loser aus Paderborn (Platz 2) gefiel den Leuten: „. . .bewahre meine Hülle in deinem Sehnen / hülle meine Blicke in dein Schweigen / lege deinen Atem in meine Wunde...“

HennemannJudith-HochstadterStier6-2014b

Die Fach-Jury entschied sich für die gekonnt introspektiven Zeilen der Frankfurterin Judith Hennemann – die 38-jährige Arbeitssoziologin, die noch nie zuvor an einem solchen „Dichter“-Wettstreit teilgenommen hatte, beobachtet in „memoiren – noch keine“ gleichsam die eigene, noch unfertige Biografie in der Mitte des Lebens: „. . . als mich die bremsen blockierten, war ich sicher endlich / die welt blieb vor mir stehen, ich beklagte unterlassene hilfe / leistung. Das leben war klein, aber zäh, später trug es wieder / meinen namen. Sie bekamen nachwuchs, mich schmerzten / zu viele bewegliche teile. Es war zeit mich fest zu stellen: / ich brauchte für Liebe eine ausrede, kunst vielleicht.“ Der zarte, poetische Realismus ist schwer im Kommen.

Schwerpunkt-Thema des „7. Hochstadter Stiers“ (Finale am 30.1.2015) wird sein: „Feuer, Wasser, Luft, Erde – die Poesie der Elemente“.

 

Die Preisträger des Hochstadter Stiers 2014:

1. Judith Hennemann, Frankfurt am Main: Jurypreis Hochstadter Stier 2014
Skulptur von Michael Ball, München; Stifter: Anton G. Leitner / DAS GEDICHT.
Jury: Melanie Arzenheimer, Dr.Norbert Göttler, Dr. Erich Jooß

2. Karsten Paul, Nürnberg: Publikumspreis Hochstadter Stier 2014
Skulptur von Michael Ball, München; Stifter: Gasthof Schuster

3. Silke Loser, Paderborn: 2. Publikumspreis
Buchpaket

4. Mandy Golenz alias Jo Lenz, Berlin: 3. Publikumspreis
Buchpaket

Erstmals vergeben für „Verdienste um den Wettbewerb“:
Anton G. Leitner erhält den „Hochstadter Ehrenstier 2014“
Skulptur (Kleinbronze): Vincent Mitzev, München. Stifterin: Felizitas Leitner

Über den Autor

Thomas Lochte (tlo)

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