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Anselm Skogstad – Untitled Pride

Kirche und Kunst müssen sich gesellschaftlich relevanten Fragen stellen“, so Kuratorin Katja Sebald, die im April im Katharina-von Bora-Haus Anselm Skogstad vorstellt. Ein Kunstwerk des Monats, das eigentlich keines sein will, den Skogstad will die Gesellschaft wachrütteln für die Problematik der Transsexualität.

Für sein Projekt „Untitled Pride“ reist der Journalist und Fotograf um die Welt, um transsexuelle Menschen zu interviewen, zu fotografieren und zu filmen, mit dem Ziel eine globale Vernetzung zu schaffen und den Menschen, die ihren Weg finden müsssen, Mut zu machen. Die Fotoserie, die man im Pfarrhaus sieht, könnte aus jedem Familienalbum stammen, so sehr gaukelt sie eine heile Welt vor mit ihren Paaren, die auf Sofas sitzen und Hunde streicheln. Dabei sind es Menschen, die Jahre lang ihren Körper als „falsch“ empfunden haben, die durch viel inneres Leid und Zerrissenheit hindurch gegangen sind und Monate lange medizinische Behandlungen hinter sich haben, um sich in einem neuen Geschlecht und im richtigen Körper wieder zu finden. Haben sie ihr Leiden überwunden?

Die Video-Dokumentation, die bei der Vernissage zu sehen war, bewegte die Gemüter und setzte einen ganzen Fragenkatalog frei. Gibt es so etwas wie ein „Wohlfühlgeschlecht“? Welche Rolle spielt der Sexus in der Gesellschaft? Was ist weiblich? Was männlich? Was angeboren? Was angelernt? „Der flüchtige Blick auf das Unterteil nach der Geburt, daran habe ich ein ganzes Leben lang geknabbert. Ich habe 66 Jahre den Mann gespielt, jetzt endlich bin ich bei mir angekommen“, sagt eine zur Frau umgewandelte Transsexuelle, die viel lieber von einer Transidentität spricht. Sie brachte den Mut für den entscheidenden Schritt erst im Rentenalter auf, andere verlassen in viel jüngeren Jahren ihre Familie, manchmal auch Mann und Kinder, um dann zum Mann zu werden und den tiefsten Wunsch nach einer homosexuellen Beziehung zu leben, wie Jonas Fischer und Christian Schnabel-Blessing, ein Gilchinger Paar.

„Wenn ich vor dem Spiegel stehe, dann sehe ich mich so, wie der liebe Gott und Dr. Schaff mich gemacht haben“, ist im Hand-out zu lesen. Ob sich denn der Arzt nicht als Gott aufspiele, fragte Skogstad den Chirurgen, der sich auf Geschlechtsumwandlungen spezialisiert hat. „Ich bin kein Götzendiener“ erklärt der Mediziner und sprach von einem Heilprozeß. Wenn das kein Thema für die Kirche ist. Die Fotoserie ist bis zum 1. Mai im Katharina-von-Bora-Haus in Berg zu sehen.

 

(Dieser Artikel erschien auch im Starnberger Merkur)

Über den Autor

Astrid Amelungse-Kurth (aak)

freie Journalistin mit Schwerpunkt Kunst, Kultur, Historisches, Tradition und Vermischtes

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