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Aufbassn!: die neue Solo-CD von Martin Schmitt

„Aufbassn!“ Martin Schmitt hat unter diesem Titel gerade seine neue Solo-CD veröffentlicht, und man könnte meinen, da hat einer mit nur 43 Jahren seine musikalische Autobiographie abgeliefert:

Schmitt, der schon mit 16 Jahren als Blues- und Boogie-Pianist die Münchner Club-Szene unsicher machte, zeigt sich auf der neuen Scheibe gleichermaßen gereift und wandlungsfähig. Das bairische Element bei den ausnahmslos selbst komponierten Liedern hat er zwar bewusst ein Stück in den Vordergrund gerückt, die Qualität der Texte aber reicht weit über heimatlich gefärbten Wohlklang hinaus – Schmitt streift diesmal die reine Entertainer-Pose ab und zeigt immer wieder nachdenklich-lyrische Qualitäten, letztlich immer garniert mit einer Prise Optimismus: „Schau nach vorn schau nach vorn / dazua is s leben da / schaust du zruck hast verlorn / frei di an jedem tag und sag zu eam ja...“, singt er und zieht ein wenig Zwischenbilanz.

Natürlich ist ein munterer Piano-Duktus auch weiterhin Schmitts akustischer Leitfaden, aber dieses Markenzeichen vermag lockere Betrachtungen über Partnerschaftserwartungen („Is denn des zuvui verlangt“) ebenso gut rüber zu bringen wie ein Gusto-Stückerl über das Unwägbare im Leben: „Da Mada wa da“. Schmitts Blues wird gespeist aus nachvollziehbaren Alltagsbeobachtungen, aus kleinen Durchhängern und dem großen Drama einer verblühten Liebe. Keine Pose, sondern Echtzeit-Musik. Selbstmitleid und Übermut, Rückschau und Aufbruch lässt ihn singen: „I bin sehkrank / es is koa land in sicht....“ Wir alle sind im Leben doch nur „blinde Passagiere“, meint Martin Schmitt und zwinkert einem damit Song für Song zu. Und praktischen Rat hat er ja auch parat: „Da musst du aufbassn...“, etwa wenn „du auf da Autobahn an Geisterfahrer überholst“.

Eine heiter-besinnliche musikalische Betrachtung der täglichen Stolpersteine ist das Ganze, aufgenommen im Kurhaus Bad Wörishofen an einem Steinway-Flügel. Schmitt beherrscht die leisen Töne und Momente, kann aber auch singen und am Pianoforte in die Vollen greifen wie Billy Joel, er ist in der großen Geste genauso sattelfest wie er bodenständigen Charme versprüht, perfekt zu den Münchner Bar-Hockern passend: „Es is a magischer Austausch, a großer stiller Klang...“, lautet eine besonders intensive Text-Stelle.

Wer dieses reife Album als Weihnachtsgeschenk in Betracht zieht, der kann wenig falsch machen – aber: Aufbassn, der Entertainer Martin Schmitt passt bei der häuslichen CD-Sammlung in keine feste Schublade mehr!

www.martinschmitt.de

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Martin Schmitt ist am 30.11.2012 in der Schlossberhalle Starnberg zu Gast.

Über den Autor

Thomas Lochte (tlo)

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