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Ausstellung: Rostige Vögel im Amtsgerichtsgarten

Es ist glühend heiß an diesem Mittag der Ausstellungseröffnung, und der Künstler selbst kommt auf Krücken: Nein, eingerostet sei er noch nicht, sagt Johann Aumann, Geschäftsleiter des Amtsgerichts Starnberg – im Gegenteil: „Best of Rost“ ist eine Werkschau mit geschweißten Arbeiten aus Altmetall überschrieben, die seit Dienstag den Garten der Behörde mit rostigem Leben erfüllt.

Aumanns Zweitbegabung als bildender Künstler ist höchst bemerkenswert – in der heimischen Garage hat der Rechtspflegeamtsrat aus Andechs etliche Bestandteile aus Schrott und ausgemusterten Gartenwerkzeugen so zusammengefügt, dass nun eine ganze Vogel-Menagerie und eine Kuh mit Schilder-Rahmen den Amtsgarten bevölkern: Witzige Fantasie-Gestalten mit individuellem Charakter sind dabei herausgekommen. Eines der korrodierten Exemplare könnte dank eines länglichen Rohres als Korpus durchaus einen Stelzvogel abgeben, zwei mit Auto-Federbeinen bestückte „Artgenossen“ können sogar behäbig mit dem Schnabel wippen, wenn man sie antippt.

Die Idee hinter dieser Ausstellung ist eine ganze Reihe, mit der sich Mitarbeiter des Amtsgerichts in loser Folge mit ihren künstlerischen oder sonstigen Hobbys präsentieren können – sogar in der Treppenhaus-Vitrine im Aufgang zum 1. Stock des Amtsgebäudes sind jetzt rostige Vogel-Exponate an der Stelle zu finden, wo in der Vergangenheit zumeist die Pokal-Triumphe des Amtsgerichtsskifahrer-Teams ausgestellt waren. Andrea Hauser kümmert sich als Kunstbeauftragte um die Reihe und hofft auf weitere, ähnlich interessante Beiträge wie bei Johann Aumann: Der will die Arbeiten hinterher verschenken, „an Leute, die sie zu schätzen wissen“. Die in einem Rauten-Schild eingerahmte Kuh mit dem „20 km“-Geschwindigkeitsbegrenzungsschild dürfte wohl nach Andechs zurückkehren, wo sie beim Hof des Nachbarn, einem Landwirt, bereits das Tempo drosseln half.

Ansonsten erkennt man an den scharfkantigen Rost-Vögeln im Garten des Amtsgerichts so manches zweckentfremdete Bestandteil aus gänzlich anderem Zusammenhang wieder: Kehrschaufelbleche wurden zu Schnäbeln bzw. Gefieder, Baustellen-Eisen zu Vogel-Haxen, Eisenbahnscharniere und Sägeblätter fügten sich wunderbar zu einer nie dagewesenen Spezies. Vor allem bei Hitze passt es gut, dass ein Exponat eine Art Kuh-Schädel darstellt – aufgepflockt auf einer Kehrschaufel, scheint sie der „Gerichtskundschaft“ den Weg in die mexikanische Wüste zu weisen und eine Geschichte vom Verdursten zu erzählen . . .

Die Ausstellung "Best of Rost" ist bis auf Weiteres zu den üblichen Öffnungszeiten des Amtsgerichts Starnberg an der Otto-Gassner-Straße 2 zu sehen.

Über den Autor

Thomas Lochte (tlo)

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