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Chorgemeinschaft Pöcking beeindruckt mit Dvoráks "Stabat Mater"

Mit einer zutiefst beeindruckenden Leistung berührte die Chorgemeinschaft St. Pius Pöcking ein großes Publikum. In der katholischen Kirche Pöcking brachte sie zusammen mit dem ars musica Chor aus Ottobrunn und dem Daimler Orchester München unter Leitung von Norbert Groh Anton Dvoráks "Stabat Mater" zur Aufführung.

Die langanhaltende Stille am Ende dieses fast zweistündigen Konzertes bewies den Musikern aufs Schönste, dass das Kirchenkonzert "unter die Haut" ging, wobei die Chorgemeinschaft auf Augenhöhe mit den professionellen Solisten sang. Dem musikalischen Leiter gelang es, die tiefe Emotionalität des Kirchenkonzerts herauszustreichen, tiefempfundenen Schmerz, Zorn, Bitterkeit, Anklage, flehendes Bitten. Es sind die starken Gefühle, die in diesem Werk  im Vordergrund stehen, weniger demütige Unterwürfigkeit, Gefühle, wie sie Dvorák empfunden haben mag, als er begann, das Werk niederzuschreiben. Die Solisten - Elvira Hasanagic (Sopran), Brigitte Lang (Alt), Frieder Lang (Tenor) und Christian Maria Schmidt (Bass) - brachten sie innig, schlicht, klar und natürlich zum Ausdruck, kräftig und fordernd. Hier standen keine Menschen die sich widerspruchslos ihrem Schicksal unterwerfen, und so erlaubten sich auch die Solisten keine Sentimentalität.  Selbstbewußt versuchen sie, mit ihrem Schicksal klar zu kommen, selbstbewußt ertragen sie ihren Schmerz und das Leiden, heldenhaft nehmen sie es auf sich.

Schon als 35jähriger, im Frühjahr 1876, hatte Dvorák dieses Bekenntniswerk nach dem Tod seiner ersten Tochter, die zwei Tage nach der Geburt starb, in groben Zügen skizziert. Danach blieb die Arbeit liegen,  anderes trat in den Vordergrund. Erst im Herbst 1877, als die einjährige Tochter sich tödlich vergiftete und einen Monat später der erstgeborene Sohn an Pocken starb, wandte sich der Komponist wieder dieser Kantate zu, die dann 1880 ihre Uraufführung erlebte. Es ist ein dem Leben zugewandtes Werk mit symphonischen Klängen, die visionäre Bilder heraufbeschwören und vorbeiziehen lassen. Die Kraft und Wucht der Musik überwindet alles Leiden, und so steht am Ende ein  hymnischer, triumphaler Sieg. Norbert Groh hat diese Komposition furios gestaltet, ohne Pathos, Hymne, heldenhaften Sieg zu scheuen. Eine sehr entschlossene, auch mutige Interpretation, die stürmisch gefeiert wurde.

Über den Autor

Astrid Amelungse-Kurth (aak)

freie Journalistin mit Schwerpunkt Kunst, Kultur, Historisches, Tradition und Vermischtes

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