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Der neunte Ton als guter Ton der Gesellschaft: ein Buch von Peter Maffay

Peter Maffay, in Tutzing lebender Rockmusiker, hat sich schon lange aktiv und mit zahlreichen Projekten für die Rechte von Kindern eingesetzt. Insbesondere die ausgegrenzten, traumatisierten, um ihre Kindheit betrogenen Kinder liegen ihm am Herzen. Jetzt ist sein erstes Buch erschienen. Es trägt den Titel „Der 9. Ton. Gedanken eines Getriebenen“ und ist, neben einem heimlichen autobiographischen Rückblick, vor allem ein leidenschaftliches Plädoyer für eine kinderfreundlichere Gesellschaft.

Jeder Musiker beherrscht die Tonleiter mit ihren acht Tönen. Jedem Orchester sind sie vertraut. Peter Maffay hat sein Musikerleben in den Dienst des 9. Tones gestellt. Was ist der 9. Ton? „Nun, der 9. Ton ist der gute Ton. Ohne ihn wären die Musiker eines Orchesters nicht in der Lage, harmonisch miteinander zu musizieren. Dieser 9. Ton steht für respektvolles Zusammenspiel, dafür, dem anderen Raum zu geben, sich entfalten zu können, sich gegenseitig zu motivieren, Experimente zu wagen und gemeinsam zu siegen.“ So schreibt es Peter Maffay am Ende seines gerade im Kösel Verlag erschienenen Buches „Der 9. Ton“. Es ist ein sehr persönliches Buch, in dem der Sänger Rückschau hält auf seine eigene Herkunft, seine Ideale und Werte und darauf, wie sein mittlerweile sehr umfangreiches Hilfswerk für Kinder seinen Anfang nahm.

Ein Motiv für Maffays Hilfsprojekte ist gewiss die frühkindliche Erfahrung mit Staatsgewalt und Angst im rumänischen Siebenbürgen der Ceaucescu-Ära. Aufgewachsen in einem liebevollen Elternhaus, erlebte das Kind, wie der Vater für seine meist offen geübte Kritik am politischen System immer wieder in Schwierigkeiten geriet. „…das hieß in diesem Fall Arrest, auch Folter. (…) Zum ersten Mal habe ich bewusst mitbekommen, dass er vom Geheimdienst abgeholt wurde, als ich elf oder zwölf Jahre alt war.“ Später beantragten die Eltern die Ausreise; als „Quittung“ dafür verlor der Vater seine Arbeit, und die Familie musste sich ein ganzes Jahr lang ohne irgendein Einkommen durchschlagen, ehe die Ausreisebewilligung endlich eintraf. „Mit drei kleinen Koffern mussten wir uns eine neue Existenz in einem fremden Land aufbauen. Ich hatte vorher schon Deutsch gesprochen, weil ich die deutsche Schule besucht habe. Nur mein „R“ war ein bisschen ausgeprägter …“

Trotz Sprachkenntnisse wurde Peter in der ersten Zeit häufig ausgegrenzt, war der Ausländer, der Übersiedler. Gerade diese Erfahrung hat dann Jahre später, als er längst ein bekannter und erfolgreicher Rockmusiker war, den Anstoß gegeben für sein Engagement, Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten sowie traumatisierten Kindern eine Chance zu geben, einfach wieder in einer friedlichen Umgebung Kinder sein zu dürfen. Kinderschutzhäuser entstanden mit seiner Hilfe, Stiftungen, internationale Projekte und natürlich Tabaluga, der kleine Glücksdrache. „Unser kleiner Drache brachte es schon vor Jahren auf den Punkt: Nur wer Glück verschenkt, hat Glück. Im Grunde war genau das unsere Motivation: Nach über 30 Jahren in dieser verrückten Branche und auf diesem hart umkämpften Markt wollten wir etwas von unserem Glück abgeben.

Peter Maffay schreibt in einem persönlichen, sehr direkten Ton, gewiss eher in C-Dur als in h-moll; genau das macht das Überzeugende dieses Büchleins aus. Hier erzählt jemand, als säße man mit ihm im Garten, von seinen Werten und Überzeugungen, vollkommen uneitel und auch ohne Erklärungsnot. „Der 9. Ton“ von Peter Maffay ist ein kleines Lebens-Manifest, ein Erinnerungsbuch mit einem klaren Fazit: mehr Respekt voreinander, mehr Freude aneinander, mehr Harmonie miteinander. Das klingt einfach, das ist einfach. Dass es einfach möglich ist, haben Maffays Projekte allesamt bewiesen.

Über den Autor

Sabine Zaplin (sz)

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