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Die Kunst, sich richtig wichtig zu nehmen. Neues Buch von Abt Johannes Eckert

Manche nehmen sich schon so richtig wichtig und lassen es andere spüren. Andere sind richtig wichtig und stellen sich selbst ständig hinten an.  Aber wie nimmt man sich selbst richtig wichtig?

Ein Termin jagt den anderen, die Arbeit wird in den Urlaub mitgenommen, man ist ständig erreichbar, E-mails werden auch in der Freizeit regelmäßig gecheckt. "Verantwortungsdruck führt häufig dazu, dass Familie, private Interessen und vieles andere zu kurz kommen". Abt Johannes Eckert vom Kloster Andechs weiß das, denn er diskutiert regelmäßig mit Führungskräften über Ethikmanagement. Dabei ist sein ständiger Begleiter Bernhard von Clairvaux, ein Mönch aus dem 12. Jahrhundert, der wunderbare Texte geschrieben hat, die zur Lieblingslektüre von Abt Johannes Eckert gehören. 900 Jahre alt und immer noch gültig.

„Was also ist ein verhärtetes Herz? Eines, das sich von keiner Reue zerreissen, keiner Liebe erweichen und keinen Bitten rühren lässt. Es lässt sich durch Drohungen nicht bewegen und wird bei Schlägen trotzig. Bei Wohltaten zeigt es sich undankbar, Ratschlägen gegenüber misstrauisch, beim Gericht wütend, bei Schandtaten skrupellos, tollkühn bei Gefahren, unmenschlich den Menschen und vermessen Gott gegenüber; es vergißt die Vergangenheit, vernachlässigt die Gegenwart und kümmert sich nicht um die Zukunft“. 

Solche Texte „haben nichts an Aktualität verloren“, weiß Abt Johannes Eckert, der Bernhard durch moderne Interpretationen in die Gegenwart holt. Er versteht ihn als einen frühen Manager, der in nur 38 Jahren den Zisterzienserorden begründet und 166 Filialen in ganz Europa gegründet hat, alle drei Monate ein neues Kloster. Bernhard wollte „back to the roots“, sagt Eckert, er krempelte das Klosterleben um, war aber auch eine schillernde Figur, „kein unumstrittener Heiliger“, schließlich hat er den II. Kreuzzug erfolgreich gepredigt oder den Philosphen Abelard mit fiesen Intrigen aus dem Weg geräumt. Ein Machtmensch also, dem es ganz recht war, als einer seiner Schüler Papst wurde. Er kümmerte sich um ihn mit "mütterlicher" Liebe und beriet ihn schriftlich. Diese "Betrachtungen" und "Erwägungen", Werke von mehreren hundert Seiten sind Grundlage des Buches, das Orientierung zur Selbstbesinnung geben will. Manager gerecht in kurzen Häppchen aufgetischt, kann man es KW für KW, Kalenderwoche für Kalenderwoche, verkosten. Bernhard'sche Weisheit für alle, die zu sich selbst finden wollen. Als Anregung zur Selbstreflexion gibt Abt Johannes hinter jedem Abschnitt einen Fragenkatalog für jeden Tag der Woche mit auf den Weg, um zu erkennen, wie man mit seiner Eigenverantwortung, der Verantwortung für andere umgeht und wem man sich verantwortet.

Abt Johannes Eckert, "Die Kunst sich richtig wichtig zu nehmen" ist im Kösel Verlag erschienen.

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Über den Autor

Astrid Amelungse-Kurth (aak)

freie Journalistin mit Schwerpunkt Kunst, Kultur, Historisches, Tradition und Vermischtes

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