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Egerländer Rebellen: Jubiläumskonzert im Florianstadl

„Live und in Farbe“, so hatte sich die Burschenschaft Pöcking den Auftritt der „Egerländer Rebellen“ im Florianstadl von Kloster Andechs gewünscht – und genauso ist es auch gekommen.

Vor gut 300 Leuten betraten Markus Maier und seine „Rebellen“ am Samstagabend eine in Rot getauchte Bühne, und das vom Band zugespielte Wummern kündigte Großes an, denn immerhin handelte es sich um das Jubiläumskonzert zum fünfjährigen Bestehen des Orchesters. Zustande gekommen war die Jubiläumssause laut dem Pöckinger Oberburschen Felix Erhard „durch die Anfrage der ,Egerländer' nach einer geeigneten Location“. Und weil man eben private Kontakte sowohl zu Band-Chef Maier als auch nach Andechs hatte, klappte die Sache – für die rund 30 Aktiven der Pöckinger Burschenschaft ein beachtliches Großereignis (die nächste Veranstaltung in Pöcking ist übrigens am 1. Dezember die sicherlich etwas kleiner dimensionierte „Rentier-Party“). Wie man so ein Jubiläum inszeniert, schienen die 16 männlichen und die eine weibliche „Rebellin“ Susi Barth (Gesang zusammen mit Moderator Dieter Geng) zu wissen: Routiniert wurden Märsche, Polkas und wehmütige Lieder von der Egerländer Heimat angestimmt, wo gemäß Liedtext angeblich „unsere Wiege stand“ – nun ja, so ganz wörtlich zu nehmen ist das heute wohl nicht mehr: Als Markus Maier im Jahre 2007 im gesamten süddeutschen Raum gleichgesinnte Musiker zusammentrommelte, „um mal was anderes zu machen“ (Dieter Geng), fand er etliche Musiker, die längst nicht mehr in Böhmen zur Welt gekommen sind, sondern eher im Raum Stuttgart oder auch in Garmisch, was an Michael Luthers Alphorn-Solo zu erkennen war. Der böhmischen Musik fühlte man sich aber auch weiterhin eng verbunden, wenn auch (z.B. auf der CD mit Patrick Lindner) in etwas aufgefrischter Form: „Böhmisch klingt's am besten“. Und dieses Motto gilt noch immer, dafür sorgt schon „Willi“, der von Anfang an (2008) seine eigene Anlage für den Sound zur Verfügung stellte und dort bis heute alles persönlich regelt. Wer im Florianstadl von der Empore aus in den Saal schaute, der konnte an Willis Steuerpult-Anzeige die grünen Lautstärke-Balken hüpfen sehen, während vorne das Orchester links, rechts und mittig abwechselnd stehend und sitzend die Akzente setzte. Schon rein optisch beeindruckend waren die beiden gewaltigen Tubas innerhalb des mit Trompeten, Flügelhörnern, Posaunen und Klarinetten bestückten Ensembles, und Markus Maier als musikalischer Leiter und Schlagzeuger tobte sich dann sogar auf der gesamten Bühne aus, die Blumenkästen inbegriffen. Das Publikum, darunter Landrat Karl Roth und etliche Pöckinger Traditionalisten, ging von Anfang an gut mit, klatschte eifrig den Takt und vor allem die älteren Semester mit böhmischen Wurzeln durften in musikalischen Erinnerungen schwelgen. Worin genau nun das „rebellische Element“ gegenüber Ernst Mosch und den Oberkrainer Traditionalisten besteht, blieb ein wenig im Dunkeln, nur eines steht laut Liedtexten offenbar für alle Zeiten fest: „Wir sind Kinder von der Eger“ und „die Moldau fließt noch immer wie die Elbe ins Meer“ – da müsste man vielleicht noch mal im Atlas nachschauen...

Über den Autor

Thomas Lochte (tlo)

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