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Elemente der Natur am Ende des Sees

In den Galeriegängen der Seeresidenz Alte Post in Seeshaupt sind derzeit unter dem Titel „Elemente der Natur“ die Arbeiten von Eberhard Heller und Benedikt Zint zu sehen. Beide sind als Künstler Autodidakten: Fotograf der eine und Bildhauer der andere.

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Der promovierte Philosoph Eberhard Heller, Jahrgang 1942, widmet sich seit mehr als vierzig Jahren auch der Fotografie. Seine Naturfotografien sieht er selbst „an der Grenze zur abstrakten Malerei“. Er wählt enge Bildausschnitte von fließenden Gewässern, von Felsen- und Erdformationen oder von Hölzern und Wurzeln. Bei den Fotos von Wasseroberflächen sind es dann vor allem Spiegelungen und Lichtreflexe, die für sozusagen „malerische“ Effekte sorgen: farbige Schlieren, organische Formen, flimmernde Farbflecken. Strukturen, Licht und Schatten, erdige Töne wirken wie komponiert, sind jedoch zunächst Abbildungen von Natur. In Seeshaupt zeigt Heller seine Bilder als einfache Posterdrucke in engen schwarzen Rahmen und hinter spiegelndem Glas. Das tut den minimalistischen Aufnahmen ebenso wenig gut wie die etwas pathetische Anordnung von drei ähnlichen Motiven als altarähnliches Triptychon.

Benedikt Zint, geboren 1954, absolvierte eine Mechanikerlehre und arbeitet seither im Stahlbau. Sozusagen „nebenbei“ fertigt er seine minimalistischen Stahl-Glas-Objekte. Die kleinformatigen und extrem reduzierten Plastiken präsentiert er weit unter Augenhöhe auf schlichten weißen Sockeln. Die in Seeshaupt gezeigte Serie, die durch einige Arbeiten auf Papier ergänzt wird, widmete er dem Kreuzfahrtschiff „MS Mona Lisa“, das 2008 auf dem Weg von Kiel nach Riga havarierte. Die Objekte sind deshalb mit „MS 1“ bis „MS 6“ numeriert und stehen für die Chronologie  der Havarie. Tatsächlich könnte man die verschiedenen Anordnungen von Stahlwürfeln und Dreiecksformen, die durch quadratische Glasscheiben unterbrochen werden, als Schiffskörper interpretieren. Nötig ist das allerdings nicht, denn sie sind schlüssige Aussagen zu Material, Form und umgebenden Raum. Sie wirken trotz der förmlich spürbaren Schwere des Materials ungemein leicht und spielerisch, jede – scheinbar zufällig – sichtbar gebliebene Bearbeitungspur auf dem Stahl ist auch notwendige ästhetische Komponente. Wie von leichter Hand hingewürfelt wirken die Objekte, und doch steht jedes einzelne genau so, dass sich das Licht im Glas bricht und es schier zum Flimmern bringt.

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

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