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Erschließen geistiger Türen - Der neue Bildband über Andechs macht's möglich

„Es ist ein dem Ort angemessenes Buch geworden“, stellte Brigitta Klemenz, den soeben erschienenen Bildband „Andechs. Bayerns Heiliger Berg“, vor. Die Archivarin des Klosters Andechs erklimmt jeden Mittwoch morgen den Berg, um hier „vertrauensvoll schalten und walten“ zu können. Das zentrale Anliegen des gut einhundert Seiten dicken Bildbandes ist eine „in Text und Bild manifestierte Führung“ und „das Erschließen geistiger Türen“, um dem Leser den Kontext der Jahrhunderte alten Geschichte zugänglich zu machen.

Das Buch steht auf drei Beinen. Zum einen vermittelt der von Brigitta Klemenz geschriebene historische Teil anschaulich die Geschichte und Bedeutung des Klosters, das seit 1455 von Benediktinern geleitet wird, die sich als Teil der langen Geschichte verstehen, die im 11. Jahrhundert begann, als Graf Rasso von seiner Jerusalem-Pilgerschaft die ersten Reliqiuen mitbrachte und damit den Grundstock zum Heilstum-Schatz legte. Das Heil-Werden ist seitdem ein zentrales Anliegen des des von Herzog Ernst erstmals so genannten „Heiligen Berges“, zu dem seit Jahrhunderten Tausende Pilger strömen. Denn „Wallfahren“ war der „Tourismus des Mittelalters uind der Barockzeit“, liest man in dem Buch und „seinerzeit die einzige Möglichkeit ... den Alltagstrott mit seiner Beschwernis hinter sich zu lassen“. Die Ausführungen und Erklärungen des Abtes Johannes Eckert machen den Band mit seinen Interpretationen der wunderbaren Gemälde des Kirchenraums oder der zahlreichen Legenden, die sich um das Kloster Andechs im Laufe der Jahrhunderte gebildet haben, überaus lesenswert. Es wird die Sinnhaftigkeit der barocken Bildersprache verständlich, warum die Heiligen Kapelle nur mit drei Schlüsseln zu öffnen ist, die Bedeutung der  Reliquien, der Dreihostienmontranz und des Brautkleids der heiligen Elisabeth ein.  Selbst die Gründungslegende mit der Maus, die zur Auffindung des in einer Truhe versteckten Heilstumschatz geführt habe, interpretiert Abt Johannes Eckert einleuchtend, denn hinter der Geschichte steht die Botschaft, dass der Gläubige selbst im Kleinen große Schätze entdecken kann.

Natürlich lebt der Bildband von den Fotos des Hausfotografen Anton Brandl, der herrliche Landschaftsaufnahmen gemacht und spannungsvoll zahlreiche Details aus dem barocken Kirchenraum mit zum Teil herrlichen Licht- und Schattenspielen eingefangen hat. Allerdings hätte man sich da eine etwas hochwertigere Papierqualität gewünscht, die die Fotos mehr zum Strahlen gebracht hätte. Das ist wohl dem für jedermann erschwinglichen Preis geschuldet und damit verzeihlich.

„Andechs. Bayerns Heiliger Berg“, hrgb. von Abt Johannes Eckert ist bei Schnell und Steiner erschienen und kostet 24,95 €. ISBN 978-3-7954-2615-6

 

(Dieser hierfür leicht gekürzte Beitrag erschien am 28./29.Juli 2012 im Starnberger Merkur)

www.andechs.de

Über den Autor

Astrid Amelungse-Kurth (aak)

freie Journalistin mit Schwerpunkt Kunst, Kultur, Historisches, Tradition und Vermischtes

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