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Esoterische Kunst in der Remise von Schloss Fußberg

Gauting - Sonnenklänge und Sonnenboote waren knapp drei Wochen lang im charmant-morbiden Ambiente der Remise von Schloss Fußberg in Gauting zu bewundern. Renate Gier und Basilius Klein beschäftigen sich in ihrer künstlerischen Arbeit in einer archaisch anmutenden Bild- und Formensprache mit mythisch-esoterischen Themen. 

Die 1942 geborene Renate Gier absolvierte Ausbildungen zur Kunsterzieherin und zur Kunsttherapeutin. Sie lebt und arbeitet in Grafrath. In der Remise zeigt sie die mehrteilige Installation „Gilgamesch-Epos“ sowie eine Reihe von Wachscollagen. Die mythische Dichtung über den frühgeschichtlichen Herrscher von Uruk, der als junger Mensch nur das eigene Vergnügen suchte, bis die Götter diesem maßlosen Treiben nicht mehr tatenlos zuschauen wollten, und der erst nach großem Schmerz und Leid seinen Platz in der Welt  als fürsorglicher und guter König fand, inspirierte die Künstlerin zu einer Serie von Textbildern und dazugehörigen Tonplastiken, bei denen sie Buchstaben zu „Archen“ formte. Auch in den übrigen Arbeiten werden mehr oder weniger lesbare Schriftzeichen und Textpassagen als bestimmendes gestalterisches Element eingesetzt. Sie werden auf dünnes Japanpapier aufgebracht, das wiederum mit Hilfe von Wachs und einem Bügeleisen zu einer mehrschichtigen Collage verbunden wird.

Basilius Kleinhans wurde 1968 als Sohn des Bidhauers Bernhard Kleinhans geboren, bei dem er auch eine künstlerische Ausbildung durchlief. Er ist Metallgießermeister und besuchte außerdem die Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Häuser und Boote sind die wiederkehrenden Motive für seine Bronzeplastiken, die spielerisch und zugleich archaisch anmuten. Seine zu Zeichen vereinfachten Häuser und Boote stehen offensichtlich symbolhaft für die Dinge des Lebens, das „Haus im Haus“ für Geborgenheit, das „Sonnenboot“ und das „Boot für Tag und Nacht“ für die Lebensreise. In seinem Bemühen um Reduktion auf das Wesentliche kommt er insbesondere bei der großen „Schale für die Sonne“ zu einem höchst überzeugenden Ergebnis: Es handelt sich dabei um ein halbkugelförmiges „von Hand“ gefertigtes Gefäß, das grobe Bearbeitungsspuren aufweist. In seinem Inneren badet üppiges, goldglänzendes Sonnenlicht.

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

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