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Faszinosum Kuba: "7 Tage in Havanna"

Sieben Tage, sieben Episoden, und sieben Regisseure: „7 Tage in Havanna“ ist  ein eindrückliches Bild des heutigen Kuba – und ein starker, illusionsloser Film, der sich auch mit den Projektionen der Europäer beschäftigt.

Mit Emir Kusturica ist sogar noch ein achter Regisseur an Bord: Er darf in einer der Episoden quasi sich selber spielen – einen preisgekrönten Filmemacher, der dem kubanischen Charme und dem Überfluss an Spirituosen zu erliegen droht. „7 Tage in Havanna“ erzählt aber noch mehr solcher Geschichten vom Verlorengehen. Das Kuba von heute ist für jene, die von dort weg wollen, ein Gefängnis, und für jene, die dorthin wollen, eine Insel der Sehnsucht, auf der alles und zugleich nichts möglich erscheint. Gaspar Noé macht das staunende Nicht-Verstehen des Fremden selbst zum Thema, indem er einen stummen Besucher an den Meeresstrand, vor einen Hotel-Fernseher mit den ewigen Castro-Ansprachen oder gar in die palästinensische Botschaft begleitet – eine Atmosphäre des Stillstands, der Sinnentleerung wird so erzeugt.

Andere Beiträge berichten fast dokumentarisch von naturreligiösen Kulten oder ausufernden Formen der Marien-Verehrung, oder sie beschäftigen sich mit den in Kuba ständig neu verhandelten Grenzlinien zwischen echter erotischer Magie und prosaischer Käuflichkeit von Sex: Daniel Brühl gibt einen spanischen Konzert-Manager, der Liebe und Geschäft unter einen Hut zu bringen versucht und damit kläglich scheitert. Kuba – das ist die Summe dieser sieben Film-Essays – kann nicht mit reiner Intellektualität begriffen werden, aber auch nicht allein über sinnliche Eindrücke.

Es bleibt ein Faszinosum, das sich ständig wandelt, im Grunde unfassbar ist und möglichst auch nicht wieder amerikanisch kolonisiert werden sollte, wenn der „Máximo Leader“ Fidel Castro und sein Bruder Raúl mal nicht mehr sind – auch ohne sozialistisch-romantische Verklärung und trotz seiner noch immer lastenden undemokratischen Strukturen ist es ein stolzes Land, dem man sich mit Respekt und Einfühlungsvermögen nähern sollte. Die Regisseure Benicio Del Toro, Pablo Trapero, Julio Medem, Elia Suleiman, Gaspar Noé, Juan Carlos Tabio und Laurent Cantet haben uns jedenfalls eine prächtige filmische Postkarte geschickt.

 

„7 Tage in Havanna“ läuft im Landkreis nur noch auf Anfrage.

 

Über den Autor

Thomas Lochte (tlo)

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