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Fette Soundwelle: Max von Mosch Orchestra im Marstall

Nach einer Woche Bibbern und Bangen konnten sich die Veranstalter Joachim Kaske vom Berger Kulturverein und Christoph Bühring-Uhle von BSC Music in Münsing doch noch freuen: Vom obersten Jazzfreund des Fünfseenlands Bernhard Sontheim bis hin zum Saxofon-Papst Klaus Doldinger waren am Samstagabend wirklich alle gekommen, um das Max von Mosch Orchestra im Berger Marstall zu hören.

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250 Konzertgäste als weicher Klangpuffer, eine geschickt mittig im Raum platzierte Bühne und eine ausgefeilte Technik halfen mit, die trickreiche und gefürchtete Akustik unter dem denkmalgeschützten Gewölbe zu überlisten. Als breite und wuchtige Welle flutete der fette Sound des Tentetts den Saal. Mittendrin saß ernst und hochkonzentriert Max von Mosch und gab als „Hexenmeister“ den Musikern die Einsätze in seiner komplexen Choreographie der Klänge: Seine Stücke sind klug, auskomponiert und zugleich experimentell, grenzgängerisch zwischen Jazz und Neuer Musik, ungemein dicht gewoben und doch feingliedrig, dabei immer wieder auch drängend, vorwärtstreibend. Vor allem aber ist die Musik des 32-jährigen Saxofonisten, der zuletzt mit einem zweijährigen Vollstipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes am New England Conservatory in Boston studierte und mit einem „Doctor of Musical Arts“ abschloss, eines geblieben: Sie ist absolut melodieverliebt.

Im Zentrum des Abends stand die dreisätzige „Berlin Suite“, die für das aktuelle Tentett-Projekt entstanden ist, für das Max von Mosch profilierteste Musiker aus ganz Deutschland gewinnen konnte. Im vergangenen Jahr hatte er sein erstes Orchesteralbum mit New Yorker Musikern veröffentlicht, jetzt hat er seinen neuen Bandkollegen weitere Stücke quasi auf den Leib geschrieben. Der Bassist Robert Landfermann und die zwei ECHO-Preisträger Christian Elsässer am Klavier und Jonas Burgwinkel am Schlagzeug bilden die hochsensible Rhythmusgruppe. Der Berliner Saxofonist Christian Weidner, Gregor Bürer am Baritonsaxofon und am Fagott, der ebenfalls in Berlin lebende Trompeter Magnus Schriefl und der WDR Lead-Trompeter Andy Haderer sind ebenso Teil des neuen Orchesters wie der australische Posaunist Adrian Mears und Klaus Heidenreich, ebenfalls an der Posaune. Sie alle zeichnen sich nicht nur durch herausragendes technisches Können aus, sondern vor allem durch ihre Authentizität und ihren jeweils individuellen, lyrisch schönen Ton. Die Soundspielereien und das Gefrickel, das anderswo elektronisch erzeugt wird, sind hier auf spannende Weise handgemacht und mundgeblasen wie auch die wummernde Soundschleife, die der Australier Adrian Mears seinem Didgeridoo entlockt.

Man darf sich wünschen, dass durch die Kooperationen der Jazzveranstalter rund um den See noch öfters so hochkarätige Konzerte möglich werden. Nächstes Etappenziel ist das Starnberger See Jazz Festival vom 6. bis 11. August mit sechs Konzertabenden.

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Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

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