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Filmkritik: Bardsongs

Zwei Mal Asien, einmal Westafrika, drei mythische Geschichten vom Erlangen der Weisheit: Der niederländische Film „Bardsongs“ nimmt den Zuschauer sanft an der Hand und führt ihn ein Stück weit auf den Weg der Erkenntnis – wenn er sich denn darauf einlässt.

Es sind auf den ersten Blick „einfache“ Geschichten, die da erzählt werden – doch sie haben im Grunde die gleiche, universelle Botschaft: „Urteile nicht über das Schicksal. Die Zeit wird alles wandeln.“ Man meint bei der in Indien spielenden Episode das alte Märchen vom „Hans im Glück“ wieder zu entdecken, wenn der Plastiksammler nach dem Beinbruch seines Sohnes sagt: Bedauert mich nicht – wer weiß, ob es ein Unglück ist? Ebenso wird er noch sagen: Wer weiß, ob es Glück bedeutet? Da ist ihm gerade erst ein zweites Kamel zugelaufen, nachdem ihm kurz zuvor sein bis dahin einziges abhanden gekommen schien.

Auch die zweite, im noch nicht durch Islamisten bedrohten Mali angesiedelte Geschichte vom Schuljungen, den seine Lehrmeister auf die Suche nach der „richtigen“ Antwort schickt, entspringt einem alten Mythos. Die Erkenntnis, die es zu erlangen gilt, sie lautet in etwa, dass der Mensch im Grunde gar nichts weiß – doch bis er so weit ist, dies zu begreifen, schickt der Film den Suchenden auf eine malerische Suche. Begleitet werden diese bezaubernden Bilder, ob in Indien oder Mali, stets von Wandermusikern, die ihre Geschichten in singenden Kommentaren darbringen.

Die dritte Episode der „Bardsongs“ handelt von einem Himalaya-Bauern, der auf Anraten der Dorfgemeinschaft sein junges „Dzo“ zum Verkauf in die Stadt bringen will. Dieses Dzo, eine Art plüschiges Yak, ist der Grund für seine durchaus beschwerlichen Weg – und auch das Mittel für sein unverhofftes „Erkennen“: Der anfangs ziemlich opportunistische Mann begreift, dass er „seinen“ Weg zu gehen hat, indem er auf die Stimme des Herzens hört und nicht auf kluge Ratschläge. . .

„Bardsongs“ wird in den Breitwand-Kinos leider nur noch auf Anfrage bzw. als Wunschfilm zu sehen sein.

www.bardsongs.com

Über den Autor

Thomas Lochte (tlo)

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