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Filmkritik: Jesus liebt mich

Bei manchen Filmen fleht man im Kino-Sessel tatsächlich um frühzeitige Erlösung: „Jesus liebt mich“ ist so ein Fall. Hatte die Romanvorlage von David Safier vielleicht noch satirische Qualitäten zu bieten, so setzt der Regisseur und männliche Hauptdarsteller Florian David Fitz vor allem auf lärmige Effekte – und dafür hat er die üblichen Verdächtigen deutscher Krach-Komödien auch wieder um sich versammelt.

Die Grundidee, einen blassen Jüngling mit wallendem Haar kurz vor Armageddon noch einmal zur Ortsbesichtigung auf den Planeten der Verwirrten, vulgo: die Erde zu schicken, mag ja charmant sein – irgendwann sind die absehbaren Gags (Wasser in Wein verwandeln, auch die linke Wange hinhalten, übers Wasser laufen) dann aber verbraucht, und dem Film fällt nichts mehr ein: „Jesus liebt mich“ flüchtet sich in zunehmend ärgerlicher Weise in die eigene Apokalypse.

Natürlich ist Jesus´ Stippvisite auf der Erde und die Begegnung mit Marie (Jessica Schwarz) auch der Stoff für eine Liebesgeschichte und eine Geschichte des Erkennens: Der Gekreuzigte bringt seine Wundmale mit und eine gewisse Neugier auf „Menschen“, ehe über diese verkommene Spezies das Jüngste Gericht gehalten werden soll. Der bereits auf die Erde entsandte Erzengel Gabriel (Henry Hübchen) ist wegen der Zustände anscheinend zum Trinker geworden, zumal er auch noch seiner großen Liebe Sylvia (Hannelore Elsner) nachhängt, die ihm irgendwann mal an ein weltanschauliches Konkurrenzunternehmen in Orange abhanden gekommen sein muss. Als nun Jesus zu seiner Inspektionstour erscheint und die frisch entlobte Marie sich in den sanften jungen Mann verliebt, wäre eigentlich alles gerichtet für ein Ringen zwischen irdischen Bedürfnissen und göttlicher Mission.

Doch auch der stinkende Teufel (ein Lichtblick als Satan: Nikolas Ofczarek) will wieder dazwischen funken – und genau hier gerät der Film völlig aus der Bahn: Marie wird in einem Boot auf den See (Kochelsee?, Walchensee?) hinaus getrieben und gerade noch jesusmäßig gerettet, Gabriel wird zum Verrat angestiftet und die für die Handlung im Grunde völlig überflüssige Familie von Marie erscheint ihr in wirren Alpträumen. Und als man schon hofft, die aus Hollywood-Filmen hinzu montierten Meteoriteneinschläge würden dem explodierenden Geschehen ein rasches Ende bereiten, da müht sich der Film auch noch zu einem quälend langatmigen Finale mit Moral und göttlichem Zeigefinger (Michael Gwisdek musste für die Rolle des Schöpfers wohl nicht mal umgezogen werden).

„Jesus liebt mich“ ist ein weiteres völlig missratenes Beispiel, aus kirchenaffinen Themen mit möglichst viel Getöse komische Funken schlagen zu wollen. „Omamamia“ war schon schmerzhaft, „Wer´s glaubt, wird selig“ verursachte Unwohlsein, aber das hier ist so sehr daneben, dass man nun doch auf den baldigen Weltuntergang hofft.

Jesus liebt mich“ läuft bis 25.Dezember im Breitwand Kino täglich in Starnberg, am 26.12. in Herrsching und von 27.12. bis 2.Januar täglich in Seefeld.

Über den Autor

Thomas Lochte (tlo)

Kommentare

Ich habe mich überreden lassen diesen Film zu sehen. Welch eine Zeitverschwendung. Das schlechteste was ich in den letzten Jahren gesehen habe. Durchschaubare Gags, unglaubwürdige Darstellung wie die weinende Frau in der Kirche gleich am Anfang, der Streit mit der Rollstuhlfahrerin ums Brautkleid und viele andere Szenen. Wirklich eine ganz miese Darbietung in allen Bereichen. Selbst die ausgeleiertsten Comedians sind noch erträglicher als dieser Streifen.

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