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Flauto dolce und Viola da Gamba - Mühlbachkonzerte

Die Viola da Gamba, auf der Helge Voit spielt, ist ein Instrument in Originalbauweise von 1670, also eigentlich eine sechssaitige Kostbarkeit, die längst einen Museumsplatz verdient hätte. Gottseidank geschieht mit ihr das Gegenteil – der weltweit bekannte Gambist Voit nutzt sie dazu, der Musik des 17. Jahrhunderts zu neuer Beachtung zu verhelfen:

Zusammen mit dem Solo-Flötisten Markus Zahnhausen und seinem historischer Aufführungspraxis verschriebenen Ensemble „Affetti strumentali“ gab Voit am vergangenen Samstagabend den Auftakt zur Konzert- und Kammermusikwoche, die unter der Überschrift „Mühlbachkonzerte“ bis zum 4. August in Bernried, Pähl und Wilzhofen stattfindet.
Die Klosterkirche St.Martin zeigte sich für die Musik des Spätbarock einmal mehr als bestens geeigneter Rahmen, diesmal für „Flauto dolce und Viola da Gamba“ und die Kompositionen von Christoph Graupner (1683-1750), Johann Gottlieb Graun (1702-1771) und Georg Philipp Telemann (1681-1767).
Graupners „Ouvertüre in F“ mit den Sätzen Largo-Allegro-Largo, La Speranza, Air en Gavotte, Menuett, Air, Plaisanterie stellte die Gambe noch in ihrer ureigensten Zeit vor, da sie sich zum Beispiel gegenüber der Flöte, den zwei Violinen (Lasma Meldere/Vitaly Shestakov), der Viola (Christoph Riedo) und dem Cembalo (Anne Isenberg) gleichwertig einreihte – in den Passagen der „Speranza“ und der „Plaisanterie“ ist es noch eher die von Markus Zahnhausen lebhaft interpretierte Flauto dolce, die temperamentvoll voran geht; beim „Concerto in a“ von Johann Gottlieb Graun wagt sich die Viola da Gamba schon stärker hervor, obwohl die Komposition laut Helge Voit ein gewisses Experiment darstellt – das bereits hörbar „italienisch“ beeinflusste Concerto lässt die Gambe vor allem beim „Adagio“ ein wenig altbacken erscheinen im Vergleich zur opernartigen Gefälligkeit der anderen Instrumente: „Ein durchaus vertrackter Spaß“, räumte Anne Isenberg ein: Der Komponist Giuseppe Tartini (1692-1770) hatte der Bach'schen Protestanten-Strenge einige Vitalität eingehaucht und damit auch der Viola da Gamba „Beine gemacht“. Er sei ein „Entrückter“ gewesen, sagte Voit über den auch wissenschaftlich-philosophisch aktiven Komponisten des Spätbarock.

Mit Telemanns „Doppelkonzert in a“ (Grave-allegro-dolce-allegro) rundete sich dann nach der Pause dieser Kreis originalbesetzter Musik – ein Auftakt, der mehr als die etwa 20 Zuhörer von St.Martin verdient gehabt hätte.

Über den Autor

Thomas Lochte (tlo)

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