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FSFF: Filmgespräch zu "Zwei Leben" in Starnberg

„Auf den Start der Dreharbeiten zu diesem Film hätte ich auch nochmal zehn Jahre gewartet, so toll ist dieser Stoff“, bekennt Schauspielerin Juliane Köhler beim Filmgespräch nach der Vorstellung von „Zwei Leben“ am Montag in Starnberg. Die Geschichte um Katrine, die ein Leben eingebunden in den Kreis der Familie in Norwegen führt und dabei die Biographie eines im Heim aufgewachsenen Lebensborn-Kindes lebt, hat der Regisseur Georg Maas zusammen mit Drehbuchautor Christoph Tölle nach einem Roman der Autorin Hannelore Hippe zu einem beklemmenden Drama um die Frage nach Schuld, Lüge und Identität gemacht. Im Gespräch gaben Maas, Tölle, Köhler und der ebenfalls mitspielende Rainer Bock Einblicke in die Hintergründe, den Entstehungsprozess und die Dreharbeiten.

„Die Idee für diesen Film entstand bereits im Jahr 2005“, sagt Georg Maas in Starnberg. Damals war ihm das nach wie vor unveröffentlichte Manuskript von Hannelore Hippe in die Hände geraten. Der Stoff, der einen Bogen schlägt von der Zeit des Zweiten Weltkriegs, den Lebensborn-Heimen und Schicksalen der Kinder von norwegischen Frauen und deutschen Soldaten über die Nachkriegszeit bis zum Fall der Berliner Mauer und der Enttarnung von Stasi-Spitzeln, reizte den Regisseur sofort. Gemeinsam mit dem Drehbuchautor Christoph Tölle und einem weiteren Autor begann er, die Geschichte für das Format Film zu bearbeiten. „Der Roman arbeitet mit vielen verschiedenen Perspektiven“, sagt Tölle, „wir haben uns auf eine Figur konzentriert, auf Katrine.“ Für diese Figur, die eine Doppelexistenz führt, hatte Regisseur Maas von Beginn an Juliane Köhler als Besetzung im Kopf. Köhler sagte sofort zu. „So eine Figur bekommt man selten angeboten“, sagt sie. Zur Vorbereitung lernte sie, da der Film zum großen Teil in Norwegen spielt und viele norwegische Schauspieler mit dabei waren, sogar Norwegisch und verbrachte mit ihrer Tochter eine Zeit in diesem Land, noch ehe es losging. „Georg hat mir sogar ein fiktives Tagebuch für meine Figur geschrieben“, erzählt sie in Starnberg.

Ein weiterer Star im hochkarätigen Film-Ensemble ist die norwegische Schauspielerin Liv Ullmann. „Für sie haben wir den Stoff um einige Jahre zurückversetzt, in das Jahr 1990, also in die Zeit unmittelbar nach dem Mauerfall“, sagt Maas. Der ursprüngliche Grund dafür war, dass Liv Ullmann zwar der Stoff sehr zusagte, die ihr zugedachte Figur der Mutter von Katrine jedoch altersgemäß nicht für sie spielbar erschien. Eine über Achtzigjährige würde sie nicht verkörpern können, soll sie gesagt haben. Die zeitliche Versetzung erwies sich dann als doppelter Glücksfall: Liv Ullmann konnte eine Frau in ihrem Alter spielen, und die Ereignisse um die Stasi-Enttarnungen und Archivöffnungen der ehemaligen DDR waren umso brisanter, aktueller.

Leider hat die deutsche Film- und Fernsehpolitik und -förderung den Beginn der Dreharbeiten so erheblich verzögert: „Die Fernsehanstalten haben der Ambivalenz der Hauptfigur nicht getraut“, sagt Maas. Katrine, die sich mit einer angemaßten Biographie eine Familie erschwindelt hat, lässt sich mit herkömmlichen Maßstäben von Gut und Böse nicht richten, sie ist Opfer und Täter zugleich. Offensichtlich ist es für jene Redakteure und Entscheider, die für Etats und Fördergelder zuständig sind, nicht „vermittelbar“, wenn eine Hauptfigur einmal ein Gut-Böse-Schema unterläuft. Gottlob sind die Produktionsmittel schließlich doch  zusammengekommen.

Im September kommt „Zwei Leben“ in die deutschen Kinos, und dann wird er auch wieder in Starnberg zu sehen sein, wo er jetzt im Rahmen des Fünfseenfilmfestivals in der Wettbewerbskategorie „Fünf Seen Filmpreis“ lief.

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Eine Rezension des Films "Zwei Leben" finden Sie auch bei uns im Blog auf der Kulturwelle5

Über den Autor

Sabine Zaplin (sz)

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