Liebe Besucher der Kulturwelle5,

leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir unser Kulturportal für das Starnberger Fünfseeland nach dreieinhalb spannenden Jahren einstellen.

Falls Sie einen Blick auf die Ereignisse der Jahre 2012 bis Anfang 2015 werfen möchten,
klicken Sie hier.

Wir wünschen allen Kulturveranstaltern und Kulturinteressierten viel Erfolg und alles Gute,
das Team der Kulturwelle5

Gegenstandslos: ZEN 49 im Fritz-Winter-Atelier

Auf Initiative des Kunstkritikers John Anthony Thwaites hatten sich Willi Baumeister, Rolf Cavael, Gerhard Fietz, Rupprecht Geiger, Willy Hempel, Brigitte Meier-Denninghoff und Fritz Winter, im Jahr 1949 zur „Gruppe der Gegenstandslosen“ zusammengeschlossen und sich dann den Namen „ZEN 49“ gegeben. Tatsächlich ist es jetzt dem Galeristen Michael Gausling gelungen, noch einmal Arbeiten aller sieben Künstler aus diesen frühen Jahren in Dießen zusammenzutragen, allein das macht die Ausstellung „Fritz Winter und ZEN 49“ sehenswert.

„Die augenblickliche Situation in der Öffentlichkeit und im Kunstleben drängt nach einem Zusammenschluss der abstrakt arbeitenden Maler, um eine geistige Front zu bilden und der abstrakten Kunst durch gemeinsame Ausstellungen stärkeren Widerhall zu verschaffen“, begründete Gerhard Fietz den Zusammenschluss. Man sieht sie förmlich vor sich, diese jungen Männer, vom Krieg gezeichnet und gerade aus der Gefangenschaft entlassen. Einerseits wollten sie einen radikalen Neuanfang wagen und zu einer kulturellen Erneuerung in Deutschland beitragen, andererseits an die Tradition ihrer Lehrer und Vorbilder anknüpfen, an Kandinsky und die Maler des Blauen Reiters. Der Bezug zum ZEN-Buddhismus ist ebenfalls im Zusammenhang mit deren spirituell untermauerten Ansätzen zu sehen.

Die Künstlergruppe strebte zwar keineswegs einen gemeinsamen Stil, sondern vielmehr die Abstraktion als Sinnbild künstlerischer Freiheit an. Die Dießener Ausstellung will dennoch gerade die thematischen und auch stilistischen Gemeinsamkeiten in den Anfangsjahren sichtbar machen, nicht so sehr die individuelle Entwicklung der einzelnen Mitglieder herausstellen. Dafür hat man nun drei etwa zeitgleich entstandene Arbeiten von Rupprecht Geiger, Fritz Winter und Gerhard Fietz nebeneinander gehängt, in denen schwarze Linien Kreissegmente und Farbflächen durchschneiden. Man mag dabei auch an die späten Pariser Bilder von Kandinsky denken. Parallelen werden immer wieder auch in der Farbwahl oder eben im Verzicht auf Farbe aufgezeigt. So werden etwa Arbeiten gegenübergestellt, die auf den Grundfarben in Kombination Schwarz und Weiß basieren. Einen interessanten Gegensatz zu den streng geometrischen Bildkompositionen oder den kalligrafischen schwarzen Linien bilden in dieser Ausstellung die kleinteiligen, beinahe spielerischen Zeichnungen von Rolf Cavael und die organisch anmutende Holzskulptur von Brigitte Meier-Denninghoff im Zentrum des Raums. Und nicht zuletzt ist es wohl auch dem Genius Loci des im Bauhaus-Stil errichteten Ateliers von Fritz Winter in Dießen zu verdanken, dass diese Ausstellung förmlich zu einer Zeitreise in die Nachkriegsjahre wird.

Die Ausstellung „Fritz Winter und ZEN 49“ ist bis zum 10. November 2013 jeweils Donnerstag bis Samstag von 14 bis 18 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung (08807 - 4559) zu sehen.

 

 

 

 

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

Hinterlassen Sie ein Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA

Captcha-Sicherheitsfrage gegen Spam-Mail (kommt leider immer wieder vor) Bitte vervollständigen Sie folgende Rechnung: