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Gerd Holzheimer - mal ganz spirituell

„Im Grunde ist Weihnachten eine Utopie, ein Ort, den es gar nicht gibt“. So steht es in einem neuen Buch geschrieben, das soeben im Bayernland Verlag erschienen ist. In ihm sind schönste Texte versammelt, die aus der Feder von Gerd Holzheimer stammen.

Entstanden sind sie zu den seinerzeit von Kiem Pauli initiierten Aufführungen des Advents- und Weihnachtssingens, das der Bayerische Rundfunk seit Jahren in jeweils anderen oberbayerischen Kirchen aufzeichnet und in bayerische Wohnzimmer ausstrahlt. Bei diesen Aufführungen kommen zwischen den Musikstücken meditative Texte zur Lesung, kurzweilige Geschichten oder spirituelle Betrachtungen, die nun endlich nachgelesen werden können. Gerd Holzheimer stellt sich in diesem Buch als tiefreligiöser Mensch vor, ein bodenständiger Intellektueller, der Volksfrömmigkeit als das persönliche Verhältnis der Bayern zu ihrem persönlichem Gott versteht, mit dem der bayerische Mensch ganz nah auf Du steht und der in der Adventszeit mit all seinen Ritualen, Hirten- und Krippenspielen bildhaft  und spielerisch seinem Gottesverständnis und seiner tiefe Sehnsucht nach Erlösung Ausdruck verleiht.

Die Geschichten, die Holzheimer seit Jahren beim Adventssingen erzählt, sind persönliche Geschichten, Kindheitserinnerungen und tief greifende Betrachtungen über das weihnachtliche Geschehen mit seiner Ambivalenz von Nähe und Ferne, Heimat und Fremde, Kommerziellem und Spitituellem. Es sind Geschichten über das eigene, innere Weihnachten, in denen sich Unergründliches mit Vertrautem und Bekannten vermischt und sich ein tiefes Gefühl für das Heilige einstellt. Oft geht es dabei um das Krippen-Bauen und all die verschiedenen Krippen, die das Heilsgeschehen in unsere Stuben, auf öffentliche Plätze und in stille Andachtsorte bringen.  Aufs Schönste erzählt der Gautinger Autor, wie er mit seinem Vater alljährlich über die Chistkindlmärkte gegangen ist, auf der Suche nach einer neuen Krippenfigur für die aus Zigarrenschachtel selbst gebaute Weihnachtskrippe, wie er die Heiligkeit eines Weihnachtstages am Stärksten auf dem mit ewigen Lichtern geschmückten Waldfriedhof empfand,  wie Schattenspiele im Kinderzimmer zu lebenden Engeln und Engel im Altenheim zum besonderen Geschenk wurden. Das unbedingt lesenswertes Buch ist mit Zeichnungen von Klaus Eberlein hübsch ausgestattet und erreicht, was all das Getöne und Dekoriere vergeblich versucht: Die Besonderheit festlicher Weihnachtstage wieder in die Herzen zu bringen. Gerne auch mal schnurrig. Seine Katze erkor die Weihnachtskrippe zum Lieblingsplatz, auf einem Moos, das noch vor Tschernobyl im Wald geholt wurde. Als Monster erwies sie so in buddhaähnlicher Haltung, die Vorderpfoten im Lotussitz, dem Jesuskind alle Jahre wieder ihre Referenz.

Gerd Holzheimer „So viel Licht. Texte und Lieder zum Advent- und Weihnachtsingen“ ist im Verlag Bayerland erschienen und für 17,90 € im Buchhandel erhältlich.
ISBN 978-3-89251-435-0

Über den Autor

Astrid Amelungse-Kurth (aak)

freie Journalistin mit Schwerpunkt Kunst, Kultur, Historisches, Tradition und Vermischtes

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