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Hans Well und die Wellbappn im bosco

Im Bosco laufen die Well-Festspiele. Erst im Dezember war Hans Well als „Biermösl mit neuer Blosn“ hier zu Gast, zusammen mit Monika Drasch und Michi von Mücke. Zu Jahresbeginn präsentierten dann die drei anderen „Wellbrüder aus dem Biermoos“ ihr aktuelles Programm. Und nun kam Hans Well zusammen mit den „Wellbappn“, seinen Kindern Sarah und Jonas (Tochter Tabea, sonst auch mit von der Partie, weilt zur Zeit in Ecuador). Er habe so viel in den Musikunterricht seiner Kinder investiert, erklärte Hans Well, nun sei es an der Zeit, mal etwas davon zurückzubekommen.

Und die Gautinger befanden: die Investition in Instrumentalunterricht hat sich gelohnt. Zwar war das Programm zum überwiegenden Teil identisch mit jenem, das Hans Well Anfang Dezember hier zusammen mit Monika Drasch und Michi von Mücke präsentierte, vom Willkommens-Lied zu den Gautinger Besonderheiten über das auch von anderen Mitgliedern der Familie Well sehr geschätzte rückwärts aufzurollende Kettenlied bis zur Bitte „Please be nice to the Bavarians“. Aber in der familiären Variante gewann der überspringende Funke noch weitaus mehr Wärme, auch wenn draußen immer noch Schnee lag.

Was die Wellbappn samt Wellpapa so sympathisch macht, ist die Mischung aus Jamsession, Hausmusik und Familienfrotzeleien. Wenn Jonas das längere Nachdenken seines Vaters bei einer Textzeile mit den Worten kommentiert: „Des tut uns scho leid, aber beim Papa merkt man einfach scho`s Alter“, und wenig später hängt er dann selber, erweckt das im Publikum den Eindruck, zu Gast zu sein, zusammen mit den drei Musikern in einem großen Wohnzimmer zu sitzen und mitzuerleben, wie diese gerade spontan ein paar Lieder miteinander spielen.

Und spielen können sie, die beiden jungen Leute. Da war ein Tango zu hören, der einen ganzen Klangraum aufmachte zwischen Argentinien und Tausendundeiner Nacht. Da gab es einen modernen Sirtaki oder ein Bläsertrio mit rhythmischen Kapriolen. In dieser Besetzung, die zwischen Saitensound und Blechkraft wechselte, bekamen die bekannten Spottlieder, Stanzln und traditionell inspirierten Stücke eine ganz eigene Frische - Second Generation of Well-Music, um es neudeutsch zu sagen. Auch in gesanglicher Hinsicht bewiesen Sarah und Jonas Well, dass sie mit Musik aufgewachsen sind und in Klängen gebadet wurden. So wurde gerade die virtuose Seite neu und stärker betont.

Aber auch das Inhaltliche kam dabei nicht zu kurz. Hans Well hält die Texte, wie man es von ihm gewohnt, ist, immer auf dem tagesaktuellen Stand. Beim Lied „Da ist der Wurm drin“ gab es am Ende einen Schlenker zum aktuellen Lebensmittelskandal um Pferdefleisch in Fertiglasagne. Natürlich fand auch der scheidende Papst Erwähnung. Und dass die Praxisgebühr seit Jahresbeginn nicht mehr erhoben wird, ging auch in eine Strophe mit ein. Man könnte sich vorstellen, dass im Laufe der wachsenden Auftrittszahlen auch die Jüngeren ihre Themen mit einbringen, die zwar in Form von „Flatrate-Saufen“ oder ähnlichen Aspekten jugendlichen Lebens schon Erwähnung fanden, doch formal wie stilistisch noch klar Hans-Well-made klangen. Immerhin: im spontanen kleinen Schwatz zwischen den Titeln bot Jonas dem Vater durchaus Paroli, und auch Sarah – die erkältungsbedingt etwas angegriffen war – sah nicht gerade so aus, als mische sie sich nicht ein. Man darf hier durchaus noch einiges erwarten.

Als am Ende noch die Alphörner geschwungen wurden und Jonas natürlich auch einen Schuhplattler hingelegt hatte, war klar: hier wird eine Linie fortgesetzt, die ihren ganz eigenen Umgang mit Traditionen pflegt. Und dazu gehört auch, dass man weitermacht – ob als Brüder oder als Vater und Kinder. Es bleibt in der Familie.

Über den Autor

Sabine Zaplin (sz)

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