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Heute Publikumspreis: Bergennale 2013

Das perfekte Paar, ungleiche oder gegensätzliche Paare, verliebte Paare oder einfach Bildpaare: Nur noch am heutigen Sonntag von 11 bis 19 Uhr ist die Bergennale im Marstall in Berg geöffnet, um 18 Uhr wird ein Publikumspreis vergeben. Seit einigen Jahren findet die ehemalige Mitgliederausstellung des Kulturvereins Berg unter einem Motto und unter Einbeziehung einer Fachjury statt, heuer konnten sich erstmals auch Nicht-Mitglieder bewerben. 37 Künstler haben es in diesem Jahr in die Ausstellung geschafft. 

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Durchaus spannende Fragen warfen einige der Exponate zum diesjährigen Thema „Paare“ auf. Wie zum Beispiel funktioniert das „Pefekte Paar“? So nämlich heißt das kinetische Doppelpendel aus poliertem Aluminum, das Robert Kessler in Berg zeigt, dessen beide Teile sich aber keineswegs im Gleichklang, sondern in entgegengesetzer Richtung und doch einander bedingend bewegen. Wird Agatha Christie es jemals schaffen, den Zug zu besteigen, der in dem komplizierten Räderwerk von Charly-Ann Cobdak an ihr vorbeirattert und sie zur Lösung des nächsten Falls bringen wird? Und wo genau mag sich wohl die „Pusteblume“ in dem gleichnamigen Werk von Klaus Voss befinden? Es handelt sich dabei jedenfalls um die beinahe surreal anmutende überscharfe Fotografie eines Mannes, der seinen nackten, bunt tätowierten Körper für eine Dame entblößt, die ihn mit bewunderndem Blick und spitzem Mund von unten bestaunt.

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Insgesamt spannend sind an dieser Ausstellung die denkbar unterschiedlichen Interpretationen des Themas. Einige Künstler zeigen einfach Bildpaare oder gar Gegensätze wie Sommer und Winter. Unter dem Titel „Fauna trifft Flora“ hat Andrea Wähner die Welt gleichsam neu geordnet: Sie lässt Löwenzahnsamen und Kümmelkörner, Menschenhaare und Schnurrhaare in Reih und Glied aufmarschieren. Isolde Grötzinger übersetzt das Thema in ihren morbide wirkenden Papierobjekten eher abstrakt. Sigrid Wever zeigt unter dem Titel „Zu zweit“ zwei unterschiedlich hohe monochrome Leinwände in Orange und Blau: eine denkbar minimalistische, aber durchaus poetische Umsetzung.

Und dann gibt es die Künstler, für die das Thema „Paare“ untrennbar mit Liebe verbunden ist: Das innig sich aneinander lehnende, beinahe miteinander verwachsene Paar, das Margaritta Wiederholt aus Terracotta geformt hat. Das Hochzeitspaar, das Sabine Beck wie mit einer einzigen glückvollen Linie in die Druckplatte eingeschrieben hat. Das eng umschlungene, sich küssende Paar, das seit einer Ewigkeit und für die Ewigkeit in dem Stein verborgen ist, den Brigitte Cabell gerade nur so weit bearbeitet hat, dass der Betrachter einen Blick auf die Liebenden erhaschen kann. Und schließlich das freundlich vom Leben gezeichnete alte Ehepaar, dessen Köpfe Angelika Littwin-Piper in ihrer unverwechselbaren Art aus Keramik geformt und auf Schwemmholzkörper aufgesetzt hat.

 

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

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