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Ilana Lewitan in der Haleh Gallery

„WE LOVE YOU" übermitteln derzeit Menschen Israels per Internetboschaften in den Iran. WE LOVE YOU antworten die Menschen des Iran“, heißt es im Pressetext zur Ausstellung der deutsch-jüdischen Künstlerin Ilana Lewitan in der Haleh Gallery in Berg. Haleh Heydari Asil will mit ihrer kleinen Galerie Brücken bauen zwischen der östlichen und der westlichen Kultur. Mit der aktuellen Ausstellung „WE LOVE YOU“ will die aus dem Iran stammende Galeristin ein Zeichen setzen im Konflikt zwischen dem Iran und Israel - das soll aber keineswegs politisch gemeint sein, betont sie gleichzeitig, denn sie möchte auch weiterhin in ihr Heimatland reisen. Mit den gezeigten Bildern will sie vielmehr das Bedürfnis ihrer Klientel nach „mehr Farbe“ befriedigen.

Brücken bauen zu einem Land also, dessen Repressalien sie fürchtet? Wie kann die Kunst da unpolitisch sein oder gar einfach nur bunt? Die Bilder von Ilana Lewitan, einer Münchner Künstlerin, deren Großeltern der Ermordung durch die Nationalsozialisten nur knapp entkommen konnten, sind weder unpolitisch noch sind sie farbenfroh. Sie dienen vielmehr auf sehr subtile und persönliche Weise der Auseinandersetzung der Künstlerin mit ihrer eigenen Familiengeschichte und damit auch der deutschen Geschichte. Der plakative Ausstellungstitel „WE LOVE YOU“ scheint ihnen beinahe willkürlich übergestülpt worden zu sein.

Matthias Mühling, der Kurator für internationale Gegenwartskunst im Münchner Lenbachhaus, bezeichnete die Arbeiten von Ilana Lewitan als „Verschmelzung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, realem Trauma und visionärer Utopie“. Hinzufügen muss man noch, dass die Künstlerin Architektur studierte und ganz offensichtlich in Bildräumen denkt, und dass auch ihre großen Leinwände von der Zeichnung, nicht von der Malerei dominiert werden. Die Bildmotive sind symbolhaft aufgeladen, nicht immer eindeutig zu dechiffrieren: Es sind Köpfe und Hohlköpfe, Kopffüßler und kopflose Füßler, Arme, Beine, Hände, aber auch Kisten, Klötze, Klumpen. Die Zeichnungen und manchmal auch eingearbeitete Fotografien oder Textpassagen erzählen die Geschichten dieser Bilder, die malerische Geste dient stets der Übermalung, Verschleierung und Verschlüsselung des Gesagten, zuweilen auch der Verwirrung des Betrachters. Die Farben sind oftmals diffus und milchig, als würde die Sonne von hinten in diese nebligen Bildwelten scheinen.

Man muss vielleicht zuerst die kleinen würfelförmigen Plexiglaskästen und die Miniatur-Installation „Body Talk“ betrachten, in denen die Künstlerin ganz konkret mit winzigen Figuren und Objekten ihre surrealen Bildbühnen baut. Danach erschließen sich auch ihre unwirklich anmutenden großformatigen Bilder, denen man jedoch in jeder Hinsicht mehr Raum wünschen würde, als ihnen in dieser Ausstellung zugestanden wird.

Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Juni 2012 jeweils donnerstags bis samstags von 11 bis 16 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 08151-9729860 zu sehen.

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

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