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Immer allein: Love Alien

Die Generation um die 30 hat manchmal mit dem Phänomen zu tun, dass der/die Eine oder Andere sich unfreiwillig zum Dauer-Single zu entwickeln scheint – die Gründe fürs Alleinbleiben sind zwar individuell recht verschieden, aber das Nachdenken darüber, ob da „etwas nicht stimmt“, ist Vielen gemeinsam: „Love Alien“, die Abschlussarbeit des Dokumentarfilmers Wolfram Huke (damals zwischen seinem 29. und seinem 30. Geburtstag stehend), ist ein interessanter Selbstversuch.

Die Kamera hält Huke fast während des gesamten Films auf sich selbst gerichtet: Äußerlich sympathisch, vielleicht ein wenig übergewichtig, ansonsten aber nicht weiter auffällig ist dieser Wolfram. Sein Monolog berichtet vom Status Quo und wie sich dieser anscheinend bei ihm verfestigt hat – Huke hat keine Freundin (er ist offenbar heterosexuell orientiert) und hatte auch noch nie eine, wie er bekennt. Warum das so ist, darüber kann er nur rätseln und der Zuschauer mit ihm. Liegt es an der ein wenig Messi-artigen, unaufgeräumten Wohnung? Oder ist dies erst das Ergebnis des Single-Daseins? Ist Wolfram zu schüchtern oder in seinen Ansprüchen zu „heikel“? Man ist gespannt, wie er sich im Verhältnis zu Frauen präsentiert: Ein Besuch bei einer Freundin, die er mal übers Internet kennengelernt hat, offenbart, dass die beiden sich längst auf die Formel „guter Kumpel“ geeinigt haben und auf dieser Basis bereits das vierte Silvester zusammen feiern – auch die junge Frau ist schon länger Single, das ergänzt sich irgendwie.

Wolframs Besuch bei einer anderen „Bekannten“ in Zagreb verläuft ähnlich: Man mag sich, geht zusammen abends aus, doch kein Funke springt über und jeder bleibt am Ende wieder nur für sich. Ein echtes Problem oder nur die „falsche“ Frau, der „falsche“ Mann? Zurück in Deutschland, sucht er in einer Therapie nach Antworten und kriegt zu hören, dass er sich immer solche Kandidatinnen suche, die nichts von ihm wollen, und auch keine „Gefahr“ für ihn darstellen, einen „Korb“ zu kriegen. Wolfram gelobt „Besserung“: Er werde sich Mühe geben. . .

Patent-Rezepte kann und will dieser Film nicht bieten, doch er kreist durchaus schonungslos um eine moderne Zeiterscheinung: Womöglich sind es ja die „gesättigten“ materiellen Bedingungen, die Grund-Zufriedenheit vieler Menschen in Deutschland (vor allem der Männer) um die 30, die sie abschlaffen lässt im Bemühen um einen Partner? Oder es ist das allzeit verfügbare Surrogat der neuen Medien (Internet), das die drohende Vereinsamung noch befördert – eine Generation sensibler Individualisten wächst da anscheinend heran. Virtuos in Konsumtechnik, hilflos im Umgang mit der Sehnsucht nach einem Nächsten.

„Love Alien“ läuft noch 25./26.Mai jeweils um 18 Uhr im Breitwand-Kino Herrsching.

Die Website zum Film: love-alien.de

 

Über den Autor

Thomas Lochte (tlo)

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