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Innehalten: Karin Irshaid schreibt über Feldafing

Ihre Sätze strömen wie ein ruhiger Fluss. Getragen von einer inneren Melodie, die Ruhe verspricht, schildern sie Orte, Landschaftsbilder, Naturstimmungen, Spuren von Erinnerungen, Geschichte und Geschichten und sind doch Spiegel der Seele. Nun hat sie ein Buch über Feldafing geschrieben: "Innehalten" wird am 2. Mai im neuen Rathaus in Feldafing vorgestellt.

„Vielleicht umschließt den Ort ein Zauberkreis. Vielleicht ist er Magie und ein jeder in seinem Bann. Vielleicht ist er erfunden. Erträumt. Ist ein Ort, wie er sein könnte. Du trägst den Ort in Dir, willst selbst der Ort sein, in dem Du lebst. Der Ort ist der Spiegel Deiner Welt“. Obwohl der Ort nie genannt wird, ist er ist Kennern vertraut und bekannt. Es ist Feldafing, wo der „Bahnhof, der aus seiner Verlorenheit erlöst, von genialer Zauberhand gelenkt, zu einem willkommenen Rathaus verwandelt wurde.“

Karin Irshaid hat diese Zeilen geschrieben. Sie sind eingebettet in einen hochliterarischen Text, der nun im Friedl Brehm Verlag unter dem Titel „Innehalten“ erscheint. „Innehalten“, so sagt die Schriftstellerin, „verspricht Halt zu geben. Indem man das Tempo und die Perspektive wechselt, um neu wahr-zu-nehmen“. Entstanden ist das Buch - wie so oft bei Karin Irshaid - als Auftragsarbeit, dieses Mal für den Kunst- und Museumsverein Starnberger See.

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Die Schriftstellerin, Malerin und Bildhauerin lebt seit acht Jahren in der Seegemeinde. Ein Neuanfang war es damals, als sie mit ihrem Mann, dem aus Palästina stammenden Arzt Basam Irshaid aus Ostwestfalen hierher gezogen ist, um ihren beiden Kindern und acht Enkelkindern näher zu sein. Und obwohl es wie eine Rückkehr in ihre Heimat war, weil sie in Bayern geboren wurde und hier aufgewachsen ist, ist ihr ein Heimatgefühl fremd. Karin Irshaid hat keine „glatte Biografie“, hat oft die Orte gewechselt, studierte in Hannover, Hamburg, Münster Malerei und Kunstgeschichte, blieb in Bielefeld hängen, wo ihr Mann praktizierte, formte dort ihre Skulpturen, malte dort ihre Bilder, schrieb dort ihre Bücher. Sie hat alles erreicht, ist in allen ihren Künsten anerkannt und bekannt und sie hinterließ an all den Orten ihrer künstlerischen Tätigkeit ihre Spuren. In der Kunsthalle in Bielefeld, im Museum Bad Oeynhausen, in der Commerzbank Bielefeld, im Westfälischen Landesmuseum, im Rheinischen Landesmuseum und in vielen anderen öffentlichen Sammlungen wurden ihre Arbeiten ausgestellt. Private Kunstsammler schätzen ihre ruhigen Bilder, in denen tiefschichtige Farbklänge schwingen, sie achten ihre mit Pigmenten eingefärbten Stelen, die mit selbstverständlicher Eleganz in den Himmel ragen wollen, sie spiegeln sich in strahlenden Glasobjekten, auf denen glitzende Reflexe tanzen. Alles ist wohl durchdacht, nichts berechnend in ihrer Kunst.

Als Schriftstellerin stellte sich Karin Irshaid regelmäßig bei den hochkarätig besetzten Lesungen der Literatur-und Musikfestreihe „Wege durch das Land“ in Westfalen vor. Und auch hier ist nichts gedankenlos in ihrer Poesie, alles mit Tiefgang ausgelotet. Ihre vielen Bücher sind meist als bibliophile Ausgaben erschienen, kleine Kostbarkeiten, die oft von ihr selbst illustriert wurden. Für ihr erstes Buch „Helle Federn auf dem Kopf“ (1985) gründete Cordula Haux sogar eigens einen Verlag. Seitdem folgte Titel auf Titel und ihr größter Erfolg, „Das Hochzeitsessen“, 1996 erstmals im Fischer Verlag erschienen, wurde immer wieder - ab 2004 im Pendragon Verlag - aufgelegt. Dennoch ist die Schriftstellerin skeptisch, dass ihr allerneuestes Buch, das fertig in der Schublade liegt, jemals einen Verleger finden wird. Es gilt dem maßlosen Leid, dem die Palästinenser in ihrer Heimat tagtäglich ausgesetzt sind. Ein Tabuthema.

„Innehalten“ wird am 2. Mai von Karin Irshaid zur Eröffnung der Fotoausstellung „Feldafing und die Feldafinger“ (mit Fotos von Ina Kohlschovsy, Susanne Palme-Waldemer, Claudia Sack, Peter Schaller und Bettina Tratzmüller) vorgestellt. Beginn 19 Uhr im neuen Rathaus am Bahnhofsplatz. Das Buch ist im Friedl-Brehm Verlag erschienen, kostet 9,80 € und ist über den Kunst-und Museumsverein zu beziehen.

www.irshaid.de

Dieser Beitrag ist in gekürzter Form auch im Starnberger Merkur am 24.4.2013 erschienen. 

Über den Autor

Astrid Amelungse-Kurth (aak)

freie Journalistin mit Schwerpunkt Kunst, Kultur, Historisches, Tradition und Vermischtes

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