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Internationales Gipfeltreffen der Poesie

Das goldene Gipfelbuch der Lyrik

Sechzig lyrische Gipfelstürmer hatten sich versammelt, einige verschwitzt und aufgeregt, andere seufzend, schwer atmend und wieder andere mit leichtem Gepäck oder sogar ausgestattet mit einer „Bedienungsanleitung für das Gedicht“. Angeführt von ihrem Bergführer Anton „Gipfel“ Leitner hatten sie den zwanzig Jahre hohen Olymp der Lyrik erklommen und sich in das Gipfelbuch mit dem goldenen Einband eingetragen: Die knapp 200 Seiten starke Jubiläumsausgabe zum zwanzigjährigen Bestehen der Zeitschrift „Das Gedicht“ wurde am Dienstagabend beim „Internationalen Gipfeltreffen der Poesie“ im Münchner Literaturhaus präsentiert.

„Wer wirklich sein Limit austesten will, der sollte ohne Kapital eine Lyrik-Zeitschrift gründen“, so das Fazit der Bergtour aus dem Mund des Herausgebers und Verlegers Anton G. Leitner. Der Chef des Literaturhauses Reinhard Wittmann verlieh ihm für diese Grenzerfahrung den bayerischen Ehrentitel „Hundling“ und versprach, die Zeitschrift künftig in den Ausstellungen des Literaturhauses zu verkaufen - schließlich war und ist es Leitners erklärtes Ziel, ohne Fördergelder auszukommen. Die noch schönere Ehrung bekam Leitner von Matthias Polyticki, der sich vom ungnädigen Kritiker des ersten Hefts zum Mitherausgeber der Jubiläumsausgabe gewandelt hat und „Das Gedicht“ als „Zentralorgan der Realposie“ bezeichnete, als „Sammelbecken lesbarer Gedichte in des Wortes bester Bedeutung“.

Dass dieses Zentralorgan nicht etwa in einer Großstadt, sondern am kleinsten der fünf Seen im kleinen Weßling entsteht, dürfte vielleicht der Grund dafür sein, dass das Fünfseenland zum Gipfeltreffen neben München und Wien die meisten Vertreter entsandt hatte. Josef Brustmann jedenfalls gab mit seinem Großvater-Gedicht neben Franz Xaver Kroetz und dem Minidrama der vertrocknenden Lenden eine ausgesprochen gute Figur ab. Und nicht zuletzt bezauberte kulturwelle5-Autorin Sabine Zaplin neben Nicola Bardola als charmante Moderatorin. Ach ja, und die „Bedienungsanleitung für das Gedicht“ von Michael Augustin: Allein dafür lohnt es sich, das Jubiläumsheft zu kaufen.

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Anton G. Leitner  - Das Gedicht

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

Kommentare

Habe nun, ach! DAS GEDICHT (Jubiläumsausgabe), DAS BESTE AUS 20 JAHREN ... und für die nächsten 20 Jahre, herausgegeben von Matthias Politycki & Anton G. Leitner, durchaus mit allen Sinnen inkorporiert und bis zur Atemlosigkeit gelesen, mit heißem Bemühen, doch die Gedichte wurden nicht besser. Keins, kaum eins in dieser Jubiläumsausgabe weckte mich und weckt mich "mit einem Faustschlag auf den Schädel" (Franz Kafka). Brauchen wir sie? Wenn sie nicht wecken, wer liest sie? An wen sind sie gerichtet? Was sind sie und was wollen sie? Ich bin mir sicher, was sie nicht sind: Sie sind kein Messer. Keine Axt. Kein Lichtgewitter. Allenfalls Grubenlampen in dunkler Zeit. Sprache an sich und selig in sich selbst. Dr. Nico Limberg

Als begeisterter Besucher der Veranstaltung kann ich Ihren treffenden Bericht über den Abend nur unterstreichen. Ich hatte großes Glück, noch eine Karte zu ergattern. Wann erlebt man schon einmal so ein ‚Staraufgebot‘ von annähernd 60 bekannten Dichtern aus 4 Nationen? Ich freue mich jetzt schon auf die Fernsehausstrahlung Anfang nächsten Jahres und bitte Sie, den Sendetermin rechtzeitig kundzutun. Ich finde, das ‚Goldene‘ Lyrikbuch der Poesie (Jubiläumsband) bildet eine wundervolle Einheit mit dem festlichen sehr gut organisierten Abend im schönen Literaturhaus München, und die beiden Moderatoren Sabine Zaplin und Nicola Bardola haben einen sehr guten Job gemacht, wie auch alle auftretenden Dichterinnen und Dichter in ihrer Unterschiedlichkeit und Vielfältigkeit. So bunt kann Poesie sein! Hoffentlich gibt es noch öfter solche Abende!

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