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Japanische Farbholzschnitte im Buchheim-Museum

Der Einfluss des japanischen Farbholzschnitts auf die europäische Kunst kann kaum hoch genug eingeschätzt werden. Eine umfängliche Sonderschau im Bernrieder Buchheim-Museum widmet sich unter dem Titel „Wilde Kämpfer, Dämonen und Geishas in japanischen Landschaften“ deshalb nicht nur traditionellen Farbholzschnitten Ukiyo-e aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, sondern zeigt, ebenfalls aus den Beständen der Sammlung Buchheim, auch europäische Plakatkunst des Fin de Siècle.

Wieder einmal verblüfft das Buchheim-Museum, das laut Stiftungsvertrag nur Exponate aus den eigenen Beständen zeigen darf, mit einem reichen Schatz an bislang nicht öffentlich gezeigten Objekten: Der 2007 verstorbene Sammler Lothar-Günther Buchheim hat nicht nur die wohl weltweit größte Sammlung expressionistscher Kunst zusammengetragen, sondern widmete sich auch der außereuropäischen Volkskunst, deren Formensprache für die Avantgarden des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts entscheidende Impulse gab.

Auch wenn es mittlerweile als widerlegt gilt, dass japanische Holzschnitte vornehmlich als Verpackungsmaterial nach Europa kamen und dort um 1850 mehr oder weniger zufällig von den Künstlern entdeckt wurden, so ist doch bereits bei Vincent van Gogh und Paul Gauguin der Einfluss des japanischen Farbholzschnitts offenkundig. Die beiden Weltausstellungen 1862 in London und 1867 in Paris, auf denen neben anderen Erzeugnissen japanischen Kunsthandwerks auch aktuelle Farbholzschnitte präsentiert wurden, ließen Kunstinteressierte auf den Reiz der japanischen Produkte aufmerksam werden und sorgten für eine Welle des Japonismus: Man war beeindruckt von der handwerklichen Qualität und der künstlerischen Ausdruckskraft der fernöstlichen Werke.  Zu den frühen Sammlern gehörten auch Maler wie Edouard Manet, Claude Monet, Edgar Degas und Vincent van Gogh sowie die Schriftsteller Charles Baudelaire und Emile Zola. Besonders in den Arbeiten von Henri Toulouse-Lautrec, aber auch in der Plakatmalerei des Jugendstils fanden die Stilelemente des japanischen Farbholzschnittes ihren Niederschlag: Schwarze Konturen, die mit klaren Farben gefüllt werden, flächige Darstellungen anstelle von naturgetreuer Wiedergabe sowie der Verzicht auf Perspektive, räumliche Tiefe und einen eindeutigen Bildmittelpunkt sollten schließlich die europäische Kunstgeschichte aus den Angeln heben.

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

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