Liebe Besucher der Kulturwelle5,

leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir unser Kulturportal für das Starnberger Fünfseeland nach dreieinhalb spannenden Jahren einstellen.

Falls Sie einen Blick auf die Ereignisse der Jahre 2012 bis Anfang 2015 werfen möchten,
klicken Sie hier.

Wir wünschen allen Kulturveranstaltern und Kulturinteressierten viel Erfolg und alles Gute,
das Team der Kulturwelle5

Justyn Tyme – Live bei Jazz am See in Feldafing

In der voll besetzen Bibliothek begeistern die sechs Musiker das Publikum mit einer wunderbaren Jazz-Melange mit deutlichen Latin-, Afro- und Soulakzenten.

„Mit diesem Konzert“, meint Saxophonist Thomas Meier, „wird ein lang gehegter Wunsch wahr, mal in einer Bibliothek richtig Krach machen zu können.“  Der Krach hielt sich dann aber in Grenzen – vielmehr wurde es ein rundum wohlklingender Konzertabend mit klaren Rhythmusstrukturen und gut gesetzten Soli. Schon der sanfte Opener gibt die Richtung vor, in die es gehen soll. Leise bauen Piano, Schlagzeug und Bass den Groove auf, bis dieser mit Saxophon und Percussion zum komplexen Soundgebilde auswächst. „Kopieren und Einsetzen“, nennt sich dieses funky-jazzige Intro in die vielseitigen Kompositionen des Sextett.

Schon mit der nächsten Nummer zeigen Justyn Tyme ihre Fähigkeiten und den Hang, gerne musikalische Ausflüge zu machen. Mit der Coverversion des Doors-Klassikers „Riders on the Storm“ nimmt Martin Rösch die perlende Melodie am Piano auf, während Thomas Meier und Bernd Detzel am Saxophon Raum für wunderbare Interpretationen finden und das Ganze zu einem langtreibenden spannenden Barjazz-Ausflug wird. Ob funky Jazz oder Latinstyle, bis hin zur Tangofusion, die beiden Saxophonisten finden stets in einen harmonischen Dialog. Schlagzeuger Andreas Hauer und Percussionist Uwe Braun tragen den groovenden Sound der Jazzformation bis in feinste Details, das Schlagzeug akzentuiert ohne aufdringlich oder zu dominant zu sein, Congas und Percussion setzten Latin- und Afroakzente.

Justyn Tyme spielen gerne funkig-souligen Jazz, verfangen sich niemals in endlosen langen Improvisationen, sondern setzen ihre mutigsten Akzente eher in „slow motion“ um, was sehr cool und relaxed wirkt. Mit jedem Stück zeigen die Musiker mehr von ihren Fähigkeiten auch auf ungewohnte Instrumente überzugehen, wie der Griff zur Berimbau – einem brasilianischen Instrument, traditionell beim Kampftanz Capoeira im Einsatz - oder einer bauchigen Oudu zeigt, und in die komplexen Arrangements aufzunehmen. Bei allem bleibt die Stimmung dennoch entspannt und die Souveränität, mit der Justyn Tyme den Abend bestreiten, zeugt von der langjährigen, gemeinsamen Erfahrung und der professionellen Arbeit der Band.

Nur schade, das die akustisch zwar hervorragende Räumlichkeit wenig der Atmosphäre des Sounds entsprach, denn manche Besucher konnten sich nur schwer auf den Stühlen halten, sprach der durchwegs groovende Sound doch intuitiv die Bewegungsrezeptoren an. Die Musik geht ganz einfach in die Beine.

Über den Autor

Barbara Winkler (bw)

Hinterlassen Sie ein Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA

Captcha-Sicherheitsfrage gegen Spam-Mail (kommt leider immer wieder vor) Bitte vervollständigen Sie folgende Rechnung: