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Künstlergruppe ha 4 bei Compact Dynamics

Er kannte so bedeutende Künstler wie André Masson, Max Ernst, Marcel Duchamp, Joan Mirò und Fernand Léger. Er arbeitete mit Jackson Pollock und Mark Rothko. Sie alle schätzten den Maler und Radierer Stanley William Hayter, der in seinem Pariser „Atelier 17“ mit neuen Druckverfahren experimentierte. 

Die nach ihm benannte Hayter-Technik ist eine Kombination von Hoch- und Tiefdruck und basiert auf der Verwendung von Farben unterschiedlicher Viskosität. Sie ermöglicht Farbradierungen mit einer einzigen Platte und in einem Druckvorgang. Der unterschiedliche Ölgehalt der Farben verhindert ihr Zusammenfließen.

Die eigentliche Sensation aber ist nun, dass die Starnberger Künstlerin Veronika Flesch diese Drucktechnik zwischen 1975 und 1985 von Hayter selbst in seinem legendären „Atelier 17“ erlernte und von ihm mit dem Auftrag nach Deutschland zurückgeschickt wurde, sie auch hier bekannt zu machen. Vor genau 25 Jahren eröffnete sie in Starnberg ihr „Atelier 4“, um Künstlern die Möglichkeit zu geben, mit dieser experimentellen Technik zu arbeiten. 1989 gründete sie die Künstlergruppe „ha 4“, zu der neben ihr selbst auch die Berger Künstlerin Sabine Beck, die in Starnberg lebende Margit Hefft-Michel und die Gautingerin Veronika Zacharias gehören, außerdem Barbara Dix, Loneliese Schäfer, Elfie Vaillant, Peter Kadrmas und Peter Luther.

Jetzt zeigt die Gruppe ihre Arbeiten in den Räumen der Firma Compact Dynamics in Starnberg: eine spannende Ausstellung, weil sie einen guten Ein- und Überblick zu dieser wenig bekannten Technik bietet, aber auch, weil sie mit den gezeigten Gemeinschaftsarbeiten ein Thema aufgreift, das die Avantgarden des frühen 20. Jahrhunderts bewegte. Insbesondere die Surrealisten waren bemüht, den Mechanismus der Inspiration immer wieder neu in Gang zu setzen, indem sie versuchten, die verstandesmäßige Kontrolle beim Malen und Zeichnen möglichst „auszuschalten“. Das Experimentieren und Arbeiten mit Zufällen gehörten ebenso dazu wie das gemeinsame Arbeiten an einem einzigen Bild.

Auch die Starnberger Künstler haben einige schlüssige Bildlösungen gefunden, zu denen jeder einen kleinen Beitrag geleistet hat. Besonders interessant ist eine Collage, die aus den beschnittenen und dadurch extrem verfremdeten Fehldrucken einer Serie von Landschaftsmotiven entstanden ist. Sehenswert ist diese Ausstellung aber auch wegen der Vielfalt, die sie bei aller Konzentration auf eine Technik und auf gemeinsame Themen bietet: Jeder der beteiligten Künstler hat eine höchst individuelle Bildsprache. Überaschend ist die gestalterische Freiheit, die Veronika Zacharias zeigt, wenn sie nicht mit dem Pinsel arbeitet. Beeindruckend ist die zarte zeichnerische Handschrift von Sabine Beck, ebenso die beinahe malerische Geste von Veronika Flesch.

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. März 2012 Montags bis Donnerstags von 9 bis 17 Uhr und Freitags von 9 bis 15 Uhr bei Compact Dynamics in der Moosstraße 9 in Starnberg zu sehen.

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

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