Liebe Besucher der Kulturwelle5,

leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir unser Kulturportal für das Starnberger Fünfseeland nach dreieinhalb spannenden Jahren einstellen.

Falls Sie einen Blick auf die Ereignisse der Jahre 2012 bis Anfang 2015 werfen möchten,
klicken Sie hier.

Wir wünschen allen Kulturveranstaltern und Kulturinteressierten viel Erfolg und alles Gute,
das Team der Kulturwelle5

Kunst mit Kanten

Im Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens steht der Mensch, wobei die  Umgebung für die Charakterisierung der dargestellten Personen unwesentlich ist. Der Maler, Bildhauer, Grafiker, Holzschneider und Karikaturist Herbert Klee aus Pfaffenhofen/Ilm charakterisiert seine Figuren ebenso prägnant wie kantig und setzt sie meist in dunkle Hintergründe, vor denen die Figuren in einer künstlich überhöhten Farbigkeit wie Negative aufleuchten.

Mit Dix'scher Schärfe porträtiert er Menschen, die im Gespräch vertieft sind, junge Leute, die sich gegenseitig beäugen, Frauen die beim Gastmahl über den Betrachter zu lästern scheinen, eitle Pfauen, die selbstgefällig von der Bühne abtreten. Die Körpersprache wird zum alleinigen Ausdruck des Charakters, eine kleine Geste und die Kleidung, die sich wie eine Hülle um das Innere der Figuren legt, spricht Bände.  Dann braucht die „Frau am blauen Tisch“ noch nicht mal ein Gesicht, um ihr wahres Wesen zu zeigen. Ihr rotes Kleid legt sich einladend um den weit geöffneten Schritt. Sie ist bereit zum Absprung. Virtuos vereint der Künstler in seinen Arbeiten verschiedenen Techniken, setzt Holzschnitte in die farbprächtigen Darstellungen menschlicher Gruppen, die wie geisterhafte Schatten im Bildgeschehen stehen.

Dass dem Künstler der Schalk im Nacken sitzt, zeigen nicht nur seine zahlreichen Satyrn, die den Figuren als teuflische Einflüsterer über die Schulter schauen. In der „Anhörung“ entlarvt sich das Gespräch als reine Farce. Die Beteiligten sind mit sich selbst am meisten beschäftigt und der Redner, der sich erklären will nur noch ein Schatten seiner selbst, der vergeblich Aufmerksamkeit sucht. Als Karrikaturist zeigt sich Herbert Klee von bissiger Ironie, porträtiert Arafat mit einer Sonnenbrille, die wie eine Messerklinge über den Augen liegt und dessen wülstige Lippen im gallegelben Gesicht von Blut getränkt sind. Was hier so eindeutig ist, kehrt sich in seinen minimalistischen Tuschezeichnungen ins Gegenteil um. Mit wenigen Linien vermag Herbert Klee in seinen Grafiken den Menschen, Göttern und Zwitterwesen ihr Geheimnis zu lassen. Diese Blätter sind die reine Poesie.

Über den Autor

Astrid Amelungse-Kurth (aak)

freie Journalistin mit Schwerpunkt Kunst, Kultur, Historisches, Tradition und Vermischtes

Hinterlassen Sie ein Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA

Captcha-Sicherheitsfrage gegen Spam-Mail (kommt leider immer wieder vor) Bitte vervollständigen Sie folgende Rechnung: