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KunstRaum Roseninsel: Poetisch-musikalischer Abendgang

Allein die üppige Rosenblüte macht derzeit eine Überfahrt auf die Roseninsel mehr als lohnend. Kulturveranstalterin Elisabeth Carr aber hatte am Samstagabend die Roseninsel in einen „KunstRaum“ verwandelt und zu einem „poetisch-musikalischen Abendgang“ eingeladen, der von den Kelten bis zu König Ludwig II., von Westenrieder bis Graf, von der „Spanischen Romanze“ bis zu „Drifting“ von Andy McKee führte. 

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Der Schauspieler Peter Weiß las an mehreren verschiedenen Stationen ausgewählte Texte und der junge Gitarrist Jakob Wagner sorgte – vielstimmig begleitet von den Wasservögeln – für den musikalischen Rahmen. Die Inselführerin Hannelore Rasch erläuterte dazu die historischen Zusammenänge, etwa dass die Insel seit mehr als 6000 Jahren von Menschen bewohnt wird und dass im Mittelalter eine hölzerne Wohnburg auf ihr stand, deren Umfang sich noch heute am Graben rund um die mächtige schlitzblättrige Buche abzeichnet. Ein Inselkirchlein war einst Ziel einer blühenden Wallfahrt, die Schweden zerstörten es, Lorenz Westenrieder fand es noch als Ruine und bis heute hat sich die westliche Kirchenmauer erhalten. Im 19. Jahrhundert feierten die Münchner Künstler im Wirtsgarten vom Fischer Kugelmüller, es gab eine Kegelbahn und eine große Schaukel „zum Amusement der Damen“. König Maximilian II. ließ sich ein Casino für sommerliche Tagesaufenthalte bauen und die Insel Wörth von Peter Joseph Lenné in ein Rosenparadies verwandeln, der ihm auch die verwunschenen „Garten-Separées“ entwarf, die nun als romantische Lesezimmer im Grünen dienten.

Hier lieh nun Peter Weiß dem Inselbesucher Lorenz von Westenrieder und einigen anderen großen Autoren seine Stimme, unter anderem auch dem Märchendichter Hans Christian Andersen, der in seinem Tagebuch notierte: „Nach der Tafel lud mich der König zu einer Bootsfahrt ein und ich las auf dem See ,Das häßliche Entlein’.“ Annette Kolb kam zu Wort, die von der „berückenden Schönheit“ Ludwig II. schwärmte, und Franz von Pocci, der als einer der ersten in einem Gedicht den jungen König mahnte, „dass mit der Macht auch Pflichten Dir verliehen“. Dazwischen durften die Besucher „Wind- und Wellenhorchen“ wie Pocci, „Fern-Sehen“ und „Lustwandeln“ wie die Könige und schließlich dem sehnsuchtsvollen Gedicht „Heimat überall“ lauschen, das Oskar Maria Graf aus dem Exil an den See schickte.

Zu den großen Glanzpunkten dieses Abends zählten aber ausnahmslos die sieben Gitarrenstücke, die Jakob Wagner, mal inmitten des Rosariums, mal malerisch auf einer Wiese postiert oder vor der großartigen Seekulisse, als eindrucksvolle Kostprobe seines souveränen, unaufgeregt sensiblen Könnens darbot: Der 19jährige steht kurz vor einem Gitarrenstudium und wird in Zukunft mit Sicherheit noch öfters zu hören sein.

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

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