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Lederhosn mit Schnabelschuh: VolXklang in Tutzing

Lederhosn und türkischer Schnabelschuh?  Die Unterbiberger Hofmusikanten bringen das. Nicht nur im Outfit, sondern auch musikalisch. Bairische Texte auf türkischen Melodien und umgekehrt. Dazu noch ein bisserl Jazziges, rotzbubenfrech als Trompetensolo auf dem Rücken liegend auf grüner Wiese, im wahrsten Sinne des Wortes lässig „hingelegt“. 

Das Schönste aber ist: Das Ganze kommt nicht als aalglattes Multikulti-Crossover daher, sondern schön abgedreht und selbstverständlich souverän, als gäbe es nichts anderes als den musikalischen Urquell türkisch-bajuwarischer Verschmelzung. Musikalisch gesehen ist das Anarchie pur. Wie sich das anhört, das kann man erleben, wenn die Unterbiberger Hofmusik bei der zweiten Ausgabe des VolkXklang-Festivals in der Evangelischen Akademie auftritt. Sie sind eine der insgesamt sieben Formationen, die sich das große „X“ in der Mitte von VolXklang programmatisch angeheftet haben. Es steht für Tabubruch, musikalische Grenzgänge und Virtuosität – und das alles im X-Format und bei gleichzeitiger Einhaltung bester Volksmusiktradition.

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Selbstbewusst, provokant, frech, humorvoll, rebellisch: Das sind die Musiker, die Markus Lobis, der Initiator des Festivals, schon seit drei Jahren engagiert. Er versteht sich als „Kulturarbeiter“, ist verheiratet mit einer Wesslingerin, sesshaft in Südtirol, und dort hat er 2010 das erste VolXklang-Festival installiert. Als er bei einem Empfang in Tutzing auf Bürgermeister Wanner traf, konnte er ihn schnell für die Idee, das VolXklang an den Starnberger See zu exportieren, begeistern.

Der Tutzinger Gemeinderat zog gleich begeistert mit, versprach Unterstützung und auch Udo Hahn von der Evangelischen Akademie war sofort mit im Boot. Er versteht die Südtiroler-Tutzinger Kooperation als „Koalition der Kulturengagierten“, weil er weiß, dass Kunst Förderung braucht. „Wir machen das Festival zu unserer eigenen Sache und werden uns auch weiter dafür engagieren“. Immerhin: Letztes Jahr zog das VolXklang schon 600 Zuhörer an,  80.000 € wurden reingebuttert. Schwarze Zahlen hat man natürlich noch nicht geschrieben, aber das, so hofft Hahn, wird sich ändern. Wie es aussieht, hat das Festival auch die besten Voraussetzungen dazu: Schließlich ist neben Musik auch der Rahmen im Schlosspark vom Feinsten, exquisite Küche, Südtiroler Weine, Bayerisches Bier runden den Ohrenschmaus ab. Markus Lobis, der ansonsten im Kunstverein Kallmünz bei Meran kulturell unterwegs ist, will jedenfalls aus dem VolXklang eine bekannte Marke machen und ist zutiefst davon überzeugt, dass nur die Kunst die Gesellschaft verändern kann. Er will „im Kulturraum München-Verona am Potential kratzen“.

Das Festivalprogramm:

Am Samstag, 14. September, Beginn um 20 Uhr mit den Passauer Saudiandl  und der Wiener Kultgruppe Großmütterchens Hatz Salon Orchestar, die Klezmer mit Pop, Folk, Energie und Humor verbinden, Einlass ab 18 Uhr.

Am Sonntag treten über den ganzen Tag und in den Innen- und Außenräumen verteilt sieben Gruppen auf. Die Unterbiberger Hofmusik und die kratzbürstigen Passauer Saudiandl, die Kraftlackl von Kofelgschroa, das 7-köpfige Bläserensemble Federspiel, das musikalisch irgendwo zwischen Frankreich, Balkan, Lateinamerika und Österreich zu Hause ist, das Duo Gruber + Gruber, das sich von afrikanischen Wasserlöchern und spanischem Flamenco inspirieren lässt, die Catch Pop String Strong Vokal- und Cello-Virtuosen aus dem Kosovo und Serbien mit einem Mix aus Balkanfolk und Klassik. Als Lokalmatadore spielen die Machtlfinger Alphornbläser zur Eröffnung um 10 Uhr auf und die Tutzinger Gilde wird zum Mittanzen auffordern.

Eintritt: Das Zweitagesticket kostet 40,00 €, Einzelticket Samstag 18,00 €, Sonntag 32,00 €. Kinder bis 14 Jahre zahlen pro Tag 5,00 €. Wichtig: Die Wahlen werden nicht beeinträchtigt, denn die Eintrittskarten bleiben gültig, auch wenn man zwischendurch ins Wahllokal geht, wo ebenfalls eine Gruppe spielen soll. Kartenvorverkauf bei der Buchhandlung Held und in der Evangelischen Akademie in Tutzing.

www.volxklang.eu

Dieser Beitrag erschien auch im Starnberger Merkur.

 

 

Über den Autor

Astrid Amelungse-Kurth (aak)

freie Journalistin mit Schwerpunkt Kunst, Kultur, Historisches, Tradition und Vermischtes

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