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Menü für Jimi Hendrix: Jean-Paul Bourelly in Feldafing

„Der ist besser als das Original“, war schon vor Beginn des Konzerts aus den aufgeregten Zuschauerreihen zu hören. Um es gleich vorweg zu nehmen – nein, das war er nicht. Als „einen der weltbesten Gitarristen“ hatte Gastgeber Bernhard Sontheim Jean-Paul Bourelly angekündigt, der am Samstagabend in Trio-Besetzung auf der Jazz-am-See-Bühne in Feldafing mit einer Hommage an Jimi Hendrix zu hören war. Und um auch das vorweg zu nehmen: Das ist er mit Sicherheit.

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Wer jedoch bei dem Projekt „Kiss the Sky“ eine Jimi-Hendrix-Coverband erwartet hatte, der war mit Sicherheit enttäuscht. Wer Mit-Swing-Schnipp-Along-Jazz erwartet hatte, ebenso. Auch das sollte man wohl vorweg nehmen: Enttäuscht waren an diesem Abend einige. „Das war die Vorspeise“, meinte der hünenhafte Schwarze mit der verwegenen Frisur, der eine scheinbar winzige 7-saitige Framus etwa in Brusthöhe umgeschnallt hatte und sein Instrument jaulen, wimmern, kreischen, schluchzen und singen ließ. Nicht wenige gingen schon vor der Hauptspeise – und bei der Nachspeise waren die Stuhlreihen endgültig deutlich gelichtet.

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Wer allerdings geblieben war, wer sich eingelassen hatte auf dieses in der Hexenküche mächtig wummernder Verstärker zubereitete und mit herzhaftem Griff in die elektronische Effektkiste scharf gewürzte Menü, der dürfte nach dem dritten Gang wohlgesättigt und zufrieden nach Hause gegangen sein.

Jean-Paul Bourelly lieferte keine Kopie von Jimi Hendrix. Vielmehr erzeugte er zusammen mit seinen beiden Mitstreitern Darryl Taylor am Bass und Kenny Martin am Schlagzeug einen durchaus eigenständigen, sehr dichten und zugleich rauhen Sound irgendwo zwischen Ambient und Acid, Fusion und Funk, in dem Eingeweihte Zitate von Hendrix, seine Riffs und vielleicht auch einige seiner berühmten Songs wie „Machine Gun“ und „Are You Experienced“ heraushören konnten. Bourelly ist dabei mehr als virtuos auf der Gitarre, die er mal durch Tapping wie ein Percussion-Instrument klingen oder durch Einsatz des Whammy-Pedals, welches übrigens zu Jimis Zeiten noch gar nicht erfunden war, aufheulen lässt. Wie gesagt, ein echter Leckerbissen für Insider.

 

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

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