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Missverständnis/konkret: Helmer, Geiger und Reipka in Dießen

Mit der aktuellen Ausstellung „Farbe/konkret“ im Fritz-Winter-Atelier wird ein altes Missverständnis wiederholt: Zwischen den strengen geometrischen Anordnungen von Jürgen Reipka und den etwas verspielteren von Roland Helmer haben die farbflirrenden Bilder von Rupprecht Geiger nichts verloren, denn sie gehören weder der konkreten Kunst noch dem Konstruktivismus an.

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Rupprecht Geiger, der als Maler Autodidakt war, verstand die Farbe als Kraft, der sich die Form unterzuordnen hat. Die Bilder von Rupprecht Geiger könnten, wenn dies technisch möglich wäre, „ebensogut mit farbigem Licht an die Wolken geworfen werden“, schrieb John Anthony Thwaites schon 1959. Seine Formen seien eben nur „quasi-geometrisch“, sie seien „immer in Bewegung, sie vibrieren, steigen, fallen“. Sie dienten dem in jeder Hinsicht singulären Künstler lediglich dazu, sein eigentliches Anliegen, die Farbe als Ausdruck eines starken romantischen Gefühls, zum Schweben zu bringen, oder – um mit Kandinsky zu sprechen – beim Betrachters „Vibrationen der Seele“ zu erzeugen. Geiger ging sogar noch weiter, er strebte eine „Immersion“ an, ein Eintauchen des Betrachters in die Farbe. Und das gelingt noch heute mit der kleinsten seiner Serigrafien, selbst wenn sie nicht optimal gerahmt und gehängt ist.

Von Jürgen Reipka, 1936 geboren und ab 1973 Professor für Malerei an der Münchner Kunstakademie, sind in Dießen ebenfalls druckgrafische Arbeiten zu sehen: Gezeigt wird eine Serie von Siebdrucken aus den siebziger Jahren, gestaffelte geometrische Formkonstellationen, die – in Anknüpfung an konstruktivistische Tendenzen in der ersten Hälfte des Jahrhunderts – ohne jeglichen Bezug zur Realität Räumlichkeit suggerieren. Die Grundfarben werden dabei mit schwarzen Flächen kombiniert.

Der 1940 geborene Fruhtrunk-Schüler Roland Helmer schließlich, der seit den sechziger Jahren einen konstruktiv-konkreten Weg verfolgt, spielt in seinen neueren Arbeiten mit der Wirkung von Streifen und Linienanordnungen, auch auf einem reliefartig gefächerten Bildgrund. Durch rasterartigen Auftrag von schwarzen und weißen Farbfeldern entsteht hier das eigentliche Bild erst im Auge des Betrachters. Auch in den übrigen Arbeiten beschränkt er sich auf wenige klare Farben, die er entweder als Quadrate oder als Querstreifen nebeneinander setzt. Zwischentöne entstehen durch Variationen mit lasierenden Farbschichten.

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

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