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Musikalische Zen-Meditation und japanischer Gesang

Mit einem extravaganten Konzert japanischer Musikimpressionen eröffnete die Musikschule Starnberg ihren diesjährigen Konzertreigen anlässlich ihres 40. Jubiläums.

Im Orlandosaal der Starnberger Musikschule ertönten ost-westliche Klanggemälde mit japanischer Shakuhachi, eine traditionelle Bambusflöte, die zunächst am Hof gespielt, später vor allem in Zen-Klöstern für Zen-Übungen diente, mit einer finnischen Kantele, ein Zupfinstrument mit fünf Saiten, das aber auch mit einem Bogen gestrichen werden kann, mit Klangschalen aus Ton, mit klassischer Gitarre und japanischem Gesang. Ein experimentelles Crossover von japanischer Zen-Kultur und europäischer Melodik und Rhythmik, das so gar nichts mit der Gefälligkeit von Weltmusikformationen zu tun hatte, die man sonst so kennt. Zustandengekommen ist das Ganze über die beiden Gitarrenlehrer Pentti Turpeinen und Peter Jermer, der eine steht gewöhnlich als rockender Gitarrist auf der Bühne, der andere sitzt Klassik spielend in Konzertsälen. Peter Jermer ist mit der japanischen Sopranistin Yoshiko Nitta verheiratet, die aus einer Familie mit zahlreichen Zen-Mönchen kommt und Pentti Turpeinen hat Renkei Hashimoto als Nachbarin und hört sie Shakuhachi spielen.

„Meine Frau macht den Ton, ich die Musik“, lacht Pentti Turpeinen, als er seine Klangschalen zeigt. Denn diese sind nicht aus Metall, sondern aus irdenem Material, können aber sehr zart und hell klingen, auch sehr tief und warm, stumpf und metallisch scheppernd. Die Klänge, vor allem auch die der gezupften und gestrickhenen Kantele passen besonders gut zu der Bambusflöte, die mit langen Atemzügen gespielt wird, und jedes Ausatmen erzeugt Töne, die klingen, als ob der Wind Geschichten zart ins Ohr wispert. Nach dem „Klang einer Meditation“ galt der zweite Teil dem japanischen Gesang, der für westlich Ohren befremdend unemotional und distanziert klingt. In den neueren japanischen Liedern klingen manchmal aber auch Opernarien und eine Melodik an, die im klassischen japanischen Gesang mit seinen lang gezogenen wimmernden Tönen kaum zu erkennen ist. Japanische Lieder handeln von Sehnsucht und Heimweh, es sind Wiegelieder und Klagelieder und Yoshiko Nitta trug sie innig und mit ihrer schönen glasklare Stimme im traditionellen Geisha-Kimono vor. Interessant auch die vertonten Haikus, die Peter Jermer für seine Frau komponierte. In ihnen traf sich wahrlich Ost und West, Vergangenheit und Moderne, Tradition und Experiment.

Die nächste Veranstaltung der Musikschule ist am kommenden Samstag. Ab 17 Uhr findet die 11. Jazz- und Rocknacht statt. Zum letzten Mal mit Pentti Turpeinen.

Dieser Beitrag ist am 26.2.2013 im Starnberger Merkur erschienen

Über den Autor

Astrid Amelungse-Kurth (aak)

freie Journalistin mit Schwerpunkt Kunst, Kultur, Historisches, Tradition und Vermischtes

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