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Neuer Krimi: Mit Kodi Blom durch Schweden

Ein guter Journalist versteht es, komplexe Sachverhalte mit Akribie zu entschlüsseln und auf spannende Weise für seine Leser darzustellen. Ein guter Krimiautor versteht es, komplexe Sachverhalte mit Akribie zu verschlüsseln und seine Leser auf möglichst spannende Weise möglichst lange im Dunkeln zu lassen – Gerhard Fischer kann beides.

Als Journalist arbeitet er in der Starnberger SZ-Redaktion. Für die SZ war er auch von 2001 bis 2006 als Korrespondent in Stockholm. Jetzt gibt er unter dem Pseudonym Morten Lund sein Debüt als Krimiautor und nimmt seine Leser in „Unsterblich ist der Tod“ mit nach Schweden, wo sie mit ihrer eigenen Geschichte konfrontiert werden: Eine grausige Mordserie erschüttert Stockholm. Alle Opfer tragen Uniformen von berühmten Vertretern des „Dritten Reichs“ und tragen Botschaften bei sich, die die Ermittler in die rechte Szene Stockholms führen. Dort gibt es rivalisierende Gruppierungen, die sich als Göring-, Goebbels- oder Himmler-Anhänger bezeichnen und unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen. Dass es sich bei den Morden an schwedischen Neonazis um Rachemorde für Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs handeln muss, wird nicht zuletzt durch die Rückblenden ins Jahr 1944 deutlich. Die Polizisten treffen aber auch den höchst dubiosen Veranstalter eines „Adolf-Hitler-Gedächtnis-Springens“ und die geheimnisvolle isländische Elfenbeauftragte. Immer erdrückender wird im Lauf der Ermittlungen jedoch der Gedanke, dass der Mörder offensichtlich Zugang zum Polizeipräsidium hat.

Gerhard Fischer alias Morten Lund hat für seinen Krimi-Erstling das Ermittlerduo Kodi Blom und Eva Pelle geschaffen, die er durch ein sorgfältig konstruiertes Labyrinth aus Verdachtsmomenten, Vermutungen und falschen Fährten führt. Der Leser von Morten Lund, der sich durch die 300 Seiten kriminalistisches Unterholz dieses Romans schlägt, trifft immer wieder auch auf den Reporter Gerhard Fischer, der seine Reiseeindrücke, Lokalkolorit und einmal sogar einen ganzen Zeitungsartikel einstreut. Das kann man nun mögen oder nicht. Auch das Privatleben des Kommissars gehört ja bekanntlich zu einem Krimi, manchmal ist es für den Handlungsverlauf geradezu ebenso wichtig wie das gewisse „Bauchgefühl“, über das alle guten Ermittler von Sherlock Holmes bis hin zu Kodi Blom verfügen.

Und genau hier liegt nun die größte Stärke dieses Romans: Der Mittvierziger Kodi Blom, der eine fette Midlife-Crisis durchlebt, während er an diesem Fall arbeitet, der von seiner Frau verlassen wird und – typisch Mann – erst als er sie verloren hat merkt, wie sehr er sie geliebt hat, ist so lebensecht, dass man meint, nicht der Krimiautor hat eine Figur erfunden, sondern der Journalist porträtiert jemanden, den er gut kennt. Jedenfalls könnte man mit diesem Kodi Blom gut noch ein paar weitere Fälle aufklären…

„Unsterblich ist der Tod“ von Morten Lund ist bei LangenMüller erschienen und kostet 19,99 Euro.

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

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