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Reiner Wagner bei Anne Benzenberg 2012

Tutzing - Reiner Wagner, einer der profiliertesten Landschaftsmaler im Fünfseenland, schenkt sich selbst zum 70. Geburtstag eine Ausstellung in der Galerie am Rathaus in Tutzing.

Reiner Wagner wurde 1942 in Hildesheim geboren und studierte Anfang der sechziger Jahre an den Akademien in München und Berlin, zuletzt bei Heinz Trökes. Ganz entgegen dem Geist seiner Zeit malt er weder abstrakt noch informell noch experimentell: Seine Bilder zeigen seit vielen Jahren beinahe ausschließlich die Landschaft des Voralpenlandes, wie sie der Maler in seinem Wohnort Ambach am Ostufer des Starnberger Sees erlebt. Die sanft geschwungenen Hügel und die weiten Wiesen, auf denen ein Stadel steht, sind längst das Markenzeichen von Reiner Wagner. Er wiederholt sie als Bildthema fast so beharrlich wie Cézanne den Blick auf das Gebirge der Montagne Sainte-Victoire in der Provence.

Will man sich dem Werk Reiner Wagners nähern, dann dürfte man mit Cézanne auf der richtigen Spur sein: Dem großen Wegbereiter der Moderne ging es in seiner Malerei um „die farbigen Flächen, immer die Flächen“. Das Licht zu unterschiedlichen Tageszeiten und die Farben der Natur zu unterschiedlichen Jahreszeiten ließen ihn aus mit den immer gleichen Formen immer wieder neue Bilder konstruieren. Es wollte das Licht in der Landschaft malen, nicht die Berge, Himmel, Häuser, Wiesen, Bäume. Auch Reiner Wagner geht es nur vordergründig um die Landschaft des südlichen Starnberger Sees, obwohl man sie in jedem seiner Bilder erkennen kann, so wie man bei Cézanne die immer gleiche Bergsilhouette erkennt. Tatsächlich formuliert Wagner in seiner reduzierten Formensprache aus einem Heustadelwürfel auf einem Wiesenrechteck vor einem Waldstreifen intensive, meist betörend harmonische Klänge aus Farben und Flächen. Diese Bilder sind im besten Sinne Kompositionen, sie scheinen tatsächlich musikalisch gedacht zu sein. Sie bestechen durch ihre Beschränkung auf das Wesentliche und durch die daraus entstehende Spannung.

Die Landschaften von Reiner Wagner sind also, um mit Cézanne zu sprechen, „Konstruktionen und Harmonien parallel zur Natur“ - und zwar durchaus auch im übertragenen Sinn: Er denke immer öfter über die eigene Endlichkeit nach, so der siebzigjährige Maler, und das sei wohl auch der Grund dafür, dass auf seinen neuen Bildern beinahe ausschließlich Abendstimmungen zu sehen seien.

Die Ausstellung in der Galerie am Rathaus, Kirchenstraße 7 in Tutzing, ist noch bis zum 28. Mai 2012 dienstags bis freitags von 10 bis 12 und von 15 bis 18 Uhr zu sehen sowie samstags von 10 bis 13 Uhr.

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

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