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SchabernAKT: Leistungsschau im Marstall

Die nackten Damen räkeln sich auf dem Tisch, an den Wänden, auf den Leinwänden und auf kleinen Zetteln, die an einer Leine zwischen den Säulen des Marstalls aufgehängt sind. Sie tummeln sich allein oder zu mehreren, altmeisterlich in Öl gemalt oder mit einem einzigen Bleistiftstrich aufs Papier gebannt. Die Jahresausstellung „SchabernAKT“ der Aktzeichengruppe des Kulturvereins Berg, die mit einem ausgelassenen Kostümfest im Marstall eröffnet wurde, war auch in diesem Jahr eine furiose „Leistungsschau“ von Profis und Hobbykünstlern.

Seit fast zwanzig Jahren trifft sich die Aktzeichengruppe einmal in der Woche. Einige der Mitglieder sind von Anfang an dabei, andere haben gerade erst angefangen. Die insgesamt 23 Zeichner arbeiten frei und ohne Lehrer, sie teilen sich lediglich die Kosten für die männlichen und weiblichen Modelle. 16 von ihnen haben diesmal ihre Arbeiten für die gemeinsame Ausstellung zur Verfügung gestellt.

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Einen ganz besonderen Reiz haben in dieser Ausstellung gerade die skizzenhaften, mit leichter Hand entstandenen Zeichnungen und kleineren malerischen Arbeiten. Susanne Miller etwa präsentiert ihre Tuschezeichnungen wie kleine voyeuristische Fensterblicke in schwarzen Kartons. Sophia Hössle hat ihre zarten Bleistiftzeichnungen mit einem Hauch von Farbe koloriert. Hermann Schröder zeigt ein bezauberndes kleines Aquarell, das ganz ohne Konturzeichnung mit ein paar Farbtupfern einen knienden Frauenkörper darstellt.

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Elisabeth Biron von Curland hat eine liegende Nackte auf einem schweren roten Tuch gemalt und Schaul Faivel eine üppig geschmückte Königin. Sascha Karschner malt Frauengesichter und Eva Rathmacher zeichnet Halbakte auf türkisblauem Grund. Luftig sind die Aquarelle von Maria Rosina Lamp. Hansjörg Füllgraf zeichnet mit festem Strich, Uli Hoiß zeichnet vorsichtig und suchend. Fein gestrichelt sind auch die Figuren von Lia Stock. Georg Walz kombiniert Bleistift und Farbe. Christiane von Beckerath zeigt eine Reihe von Tuschezeichnungen. Lucie Plaschka hat eine Vielzahl von kleinen Akten, verschlungene und zu Ornamenten gesponnene Figuren, auf Gummistiefel aufgeklebt. Caroli Dienst hat ihre liegenden Figuren aus verschiedenen Materialien geformt. Und schließlich gibt es zwei filigrane Bronzen von Ernst Grünwald zu sehen: eine kleine, hübsche – und natürlich nackte – Schwangere und einen nackten Mann, der sich fürs Kostümfest mit nichts als einem Hut verkleidet hat.

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

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