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Schlecht getimte Einfallslosigkeit: Gambit - Der Masterplan

Die Coen-Brüder als Drehbuchautoren, Cameron Diaz, Colin Firth und Alan Rickman in den Hauptrollen – und was kommt dabei heraus: „Gambit“, ein Film voller Altherren-Pointen.

Damit der deutsche Kino-Zuschauer etwas mit diesem uninspirierten Plot anfangen kann, wurde vom Verleih als Untertitel noch rasch „Der Masterplan“ hinzugefügt, aber das rettet dieses seichte Filmchen auch nicht mehr: Die Story vom Kunst-Kurator Harry Deane (Colin Firth), der ständig etwas auf die Nase bekommt und sich nun endlich mal an seinem millionenschweren Kotzbrocken-Boss (Alan Rickman) rächen möchte, wäre ja noch ein erträglicher Ausgangspunkt gewesen – doch warum die Rache unbedingt über ein gefälschtes Ölgemälde von Monet laufen muss, das irgendwo in einem texanischen Wohnwagen an der Wand hängend auf einem Foto auftaucht, versteht so recht niemand. Lionel Shahbandar, der Kunst sammelnde Kotzbrocken, soll jedenfalls mit Hilfe der angeblichen Gemälde-Besitzerin PJ Puznowski (Cameron Diaz), einer Art Cowgirl, um zwölf Millionen Pfund erleichtert werden, bloß weil er angeblich schon sein Leben lang hinter dem Bild her gewesen ist. Dritter im Bunde der Betrüger ist Major Wingate (Tom Courtenay), ein begabter Kunstfälscher und Tweed-Träger vom alten Schlage.

Wer von dieser Konstellation nun erwarten würde, dass es zu haarsträubenden Verwicklungen, wilden Verfolgungsjagden oder wenigstens gutem Slapstick in der Tradition von Sechziger-Jahre-Komödien kommen müsste, der wird herb enttäuscht: Colin Firth bekommt noch ein paar Mal auf die Nuss, verliert bei einer Hotelbalkon-Kletterpartie sein Beinkleid und bewahrt dabei britische Gelassenheit,  Alan Rickman bleibt fast durchgehend widerlich und Cameron Diaz darf nur breitest lächeln oder ein wenig Körper zeigen – das war´s dann auch schon: Den Coen-Brüdern und erst recht der Regie (Michael Hoffmann) fällt rein gar nichts ein, was nicht schon vor fünfzig Jahren da war und damals auch noch mit weit besserem Gefühl für Timing und Wortwitz gezeigt worden wäre – der kühne „Masterplan“ hat die Naivität einer Pippi-Langstrumpf-Idee und ist im Grunde eine einzige Seifenblase, die auch noch in Zeitlupe verpufft, bis sich dieses Machwerk eben zu einem knirschenden Ende geschleppt hat.

„Gambit – Der Masterplan“ läuft noch bis 3.Juli im Breitwand-Kino Starnberg.

 

 

Über den Autor

Thomas Lochte (tlo)

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