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Schutzraum, Ausstellung im Bunker im Kerschlacher Forst

Drei düstere Kellergeschosse, verwinkelte Korridore und schmucklose Kammern, in denen Drähte und Rohre aus den Wänden ragen. Dazu eisige Kälte und die schale Erinnerung an den Kalten Krieg. Juschi Bannaski hatte lange nach einem ausreichend großen leerstehenden Gebäude gesucht, um wieder einmal die Arbeiten ihrer Aufkirchner Malschüler zeigen zu können. An einen ehemaligen Atombunker hatte sie dabei mit Sicherheit nicht gedacht.

Es gab im Vorfeld heftige Diskussionen, ob man an so einem trostlosen Ort Kunst ausstellen kann. Schließlich fand sich zumindest ein kleines Grüppchen, das sich dieser Herausforderung stellen wollte. Aus den wenigen wurden jedoch immer mehr. Das Ergebnis ist keine schnöde Malschülerausstellung, sondern eine höchst überzeugende Rauminstallation von mehr als vierzig Künstlern. „Es ist unwichtig geworden, ob jemand Profi ist oder Anfänger, denn jeder hat sein Bestes gegeben“, sagte Juschi Bannaski bei der Ausstellungseröffnung.

Unter dem Titel „Schutzraum“ ist eine Vielzahl von Antworten auf die räumlichen Gegebenheiten des Bunkers mit all seinen Verfallserscheinungen zu sehen. Der Reiz liegt in der Unterschiedlichkeit der gezeigten Arbeiten, und gerade auch in der qualititativen Unterschiedlichkeit. Herausragend sind die großformatigen Papierarbeiten, die Ute Dissmann in den Glasfronten des einstigen Rechenzentrums zeigt. Die Künstlerin überzeugt dabei nicht nur durch die konzeptionelle Herangehensweise, sondern auch durch die souveräne und sehr freie Bildsprache und die Präsentation, die explizit den vorgebenen Raum mit einbezieht. Aber jeder der vierzig Räume bietet eine neue Überraschung, es gibt Überlebenszellen und Fluchtburgen, Mahnmale und Protestorte, poetische Spielereien und humorvolle Installationen. Mal wird der Betrachter schmunzeln und mal wird ihm ein eiskalter Schauer über den Rücken laufen.
Und wer nach diesem Rundgang noch nicht genug hat, der kann im benachbarten ehemaligen Verwaltungsgebäude des Warnamts X die „Aukio“-Künstler besuchen, die zeitgleich ihre Ateliertüren öffnen.

Katja Sebald

Kerschlacher Forst 1, Ausstellung „Schutzraum“ und offene Ateliers im „Aukio“ am 28. und 29. April, jeweils von 11 bis 18 Uhr. Am 29. April um 11 Uhr liest PEN-Präsident Johano Strasser im Bunker aus seinem noch nicht erschienenen Buch „Sicherheit als destruktives Ideal“.

Mehr Bilder zur Ausstellung finden Sie hier in der Galerie

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

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