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Tödliches Duell im Tiefschnee: "Das finstere Tal"

Schon nach den ersten Szenen ist klar, dass der einsame Fremde, der zu Pferd in ein abgelegenes Dorf in den Alpen kommt, nur ein Ziel hat: eine Rechnung zu begleichen. Die Gegend ist arm und – wenn erst mal der Winter kommt – abgeschnitten vom Rest der Welt. Es herrscht nicht nur soziale Enge, sondern auch ein tyrannischer Patriarch. Der Brenner und seine Söhne haben den Ort unter ihrer Gewalt.

Entsprechend unfreundlich treten die Dorfbewohner dem Fremden entgegen, aber da er mit Gold bezahlt, darf er bleiben. Der Fremde nennt sich Greider, kommt aus Amerika und hantiert nicht nur gekonnt mit einen seltsamen Wunderkasten, einer Kamera, sondern auch mit dem Gewehr.  Der Winter naht, als die ersten Söhne des Brenner-Bauern sterben, beim Holzmachen oder beim Wildern. Der alte Brenner ahnt, dass dies keine Zufälle sind. Dass der Greider einen Grund hat für seinen Rachefeldzug, das liegt an dem dunklen Geheimnis, unter dem dieser Ort erstarrt ist und das jeder kennt, auch wenn es nicht darüber gesprochen wird.

Der düsteren Stimmung der Romanvorlage folgend, hat sich der österreichische Regisseur Andreas Prochaska an ein atmosphärisch dichtes Genrekino gewagt, das mit stilsicheren Bildern und gewaltigen Momenten aufwarten kann. Grandiose Aufnahmen in Cinemascope zeigen die rauhe Berglandschaft neben den harschen Gesichtern der vom Leben gezeichneten Menschen, sie skizzieren die dumpfen Gemüter, galoppierende Pferde, Naturgewalten und menschliche Grausamkeit, spielen mit klarem Weiß und rotem Blut. Die Geschichte hier aus der Sicht der jungen Luzi zu erzählen, ist ein geschickter Kunstgriff, mit der Prochaska der archaischen Männerwelt eine subtile Kraft entgegenstellt.

Es fallen wenige Worte, dafür finstere Blicke voller Andeutungen. Eine ganz und gar unfröhliche Hochzeitsfeier spitzt das Unausgesprochene zum Unerträglichen zu. Und genau hier liegt die große Stärke in dem so klassischen Western-Genre: Prochaska zeichnet eine Welt, in der Unterwerfung und Resignation den Alltag der Menschen bestimmen – eine Welt, in der nur ein Fremder das herrschende Machtgefüge ins Wanken bringen kann. Einer, der um die Gewalt und die Verrohung in diesem Dorf weiß. Natürlich gipfelt die Geschichte in einem klassischen Showdown, der auch ein Duell zwischen zwei Haltungen ist: Sam Riley verkörpert in der Figur des Greider mit seiner sanften Mimik, selbst wenn sich seine Miene nur selten aufhellt, eine fortschrittliche und freiere Zukunft, während die bedrohlich lauernde Gewalt des selbstsicheren Brennersohns, hier von Tobias Moretti mit diabolischer Freude ins Bild gebracht, an seiner gewohnten Machtüberlegenheit scheitern muss.

Dieser Film ist für Freunde des Genres ein Muss, für alle anderen eine cineastische Empfehlung! Solche Bilder gehören ins Kino!

Zur Zeit in den Breitwandkinos, z.B. bis 5.3. in Herrsching.

Über den Autor

Barbara Winkler (bw)

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