Liebe Besucher der Kulturwelle5,

leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir unser Kulturportal für das Starnberger Fünfseeland nach dreieinhalb spannenden Jahren einstellen.

Falls Sie einen Blick auf die Ereignisse der Jahre 2012 bis Anfang 2015 werfen möchten,
klicken Sie hier.

Wir wünschen allen Kulturveranstaltern und Kulturinteressierten viel Erfolg und alles Gute,
das Team der Kulturwelle5

Tore tanzt: Bayerische Filmpreisträger in Starnberg

Seine Handschrift als Kameramann beeindruckt: Moritz Schultheiß, aus Feldafing stammender Bildgestalter, arbeitet schon seit einigen Jahren mit der Hamburger Regisseurin Katrin Gebbe zusammen, mit der gemeinsam er jetzt im Kino Breitwand den Gewinner des Bayerischen Filmpreises in der Kategorie Bester Nachwuchsfilm vorstellte: „Tore tanzt“.

Nach einer wahren Geschichte hatte Katrin Gebbe in fast drei Jahren Arbeit das Drehbuch entwickelt, Schultheiß die dazu passende, atmosphärisch dichte Bildsprache: Der junge Tore (gespielt von Julius Feldmeier) ist ein „Jesus Freak“, der seine christliche Grundüberzeugung nicht bloß mit dem T-Shirt zur Schau trägt, sondern konsequent nach der biblischen Devise lebt, „auch die rechte Wange hin zu halten“ – seine Friedfertigkeit wird ihm jedoch zum Verhängnis, als er auf Benno trifft, einen Schrebergarten-Bewohner mit Familienanhang, voller lauernder Gewalttätigkeit und psychopathischer Anwandlungen: Tore wird zum Objekt fortwährender Erniedrigungen, setzt seinen Weg aber bis zum Ende fort.

Das Starnberger Publikum war von der Wucht dieses (2013 in Cannes als einziger deutscher Beitrag der Reihe „Un certain regard“ gezeigten) Dramas zunächst so erschüttert, dass das Filmgespräch nur zögernd in Gang kam: „Da haben sich ein Täter und ein Opfer gefunden“, stellte ein Besucher fest, der vor allem die Kamera-Arbeit von Moritz Schultheiß lobte. Der Feldafinger, Sohn der Gemeinderätin Nandl Schultheiß, hatte einst in Ravensburg Marketing studiert, ehe er sich seiner Leidenschaft fürs Filmische auch beruflich annäherte – nach einer Lehre bei einer Münchner Kinotechnik-Firma ging der an die Hamburg Media School und machte dort seinen Abschluss als Kameramann und Bildgestalter. Schon damals arbeitete er mit der Regisseurin von „Tore tanzt“, Katrin Gebbe, zusammen – ein offenbar auch privat sehr gut funktionierendes Team, das sich nun anschickt, das deutsche Kino endlich mal wieder über die „Gefälligkeitsebene“ zu heben: „Die Endabnahme war nicht einfach“, berichtet Schultheiß vom harten Kampf, sich in der hiesigen Produktionslandschaft mit einem alles andere als leicht konsumierbaren Filmstoff durchzusetzen – Koproduzent ist immerhin die Konzeptreihe „Das kleine Fernsehspiel“ des ZDF, das in jüngerer Zeit nicht gerade für seinen Wagemut bekannt war. Doch eine mutige Redakteurin verteidigte den Film gegen alle Bedenkenträger, so dass „Tore“, der am 23. Mai 2013 Weltpremiere hatte, nun auch seinen Siegeszug in den Kinos antreten kann.

Katrin Gebbe, so erinnert sich Breitwand-Chef Matthias Helwig beim Filmgespräch, war 2009 schon einmal beim Fünf-Seen-Festival mit dem Kurzfilm „Sores & Sirin“ in Starnberg vertreten. Damals gewann sie keinen Preis, so wie ja auch „Tore tanzt“ von der kommerziell ausgerichteten „Berlinale“ abgelehnt wurde: „Das war aber gut so,“ sagt Moritz Schultheiß, „sonst wären wir nicht nach Cannes gekommen und hätten dort nicht so viele gute Kontakte geknüpft, die es uns ermöglichen, weiter Filme zu machen.“ Noch so ein biblischer Aspekt: Der Prophet, der im eigenen Lande mal wieder nicht gehört wurde. 

 

Über den Autor

Thomas Lochte (tlo)

Hinterlassen Sie ein Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA

Captcha-Sicherheitsfrage gegen Spam-Mail (kommt leider immer wieder vor) Bitte vervollständigen Sie folgende Rechnung: