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Verfilmtes Gebet: Terrence Malicks "To the Wonder"

Dieser Film ist eigentlich ein verfilmtes Gebet: „To the Wonder“ von Terrence Malick umkreist das Phänomen Liebe als Wunder.

Der Amerikaner Neil (Ben Affleck) bewegt sich als weitgehend sprachloser Mann zwischen zwei Frauen: der Französin Marina (Olga Kurylenko), die ihm von Paris in die Staaten folgt, und seiner früheren Freundin Jane (Rachel McAdams), die in dem Augenblick wieder in sein Leben tritt, als Marina wegen ihrer abgelaufenen Aufenthaltsgenehmigung nach Europa zurück muss – Neil  hätte sie heiraten können, um ihr ein Bleiberecht zu sichern, aber er tut es nicht. Als Neil sich dann auch für Jane nicht vorbehaltlos entscheiden kann und Marina wiederkommt, werden die Zweifel an ihrer Liebe nicht geringer...

Regisseur Malick ist der große Eigenbrötler unter den Regisseuren: Genau wie Neil schweigt er über lange Zeit hinweg, wenn er etwa zwischen seinen Filmen „In der Glut des Südens“ (1978) und „Der schmale Grat“ (Berlinale-Gewinner 1998) zwanzig Jahre lang gar nichts von sich hören lässt; Malick hat sich jedoch die Gabe, das Licht wie kein Zweiter in seinen Filmen einzusetzen, bewahrt: Schon in „Badlands“  (1973) schuf er auf diese Weise wie ein Van Gogh des Filmens einen einzigartigen Subtext der Farben – und bei „To the Wonder“ setzt er dieses typische Malick-Gegenlicht gleichsam als Blendwerk ein: Der stets irrende Mensch, so könnte man dieses Stilmittel wohlwollend deuten, wird vom göttlichen Licht der Liebe gestreift – und manchmal verbrennt er dabei.

Das ist ziemlich starker Tobak, zumal auch noch Javier Bardem als zweifelnder Geistlicher durch diesen religiösen Monolog geschickt wird: Malicks bereits in „Tree of Life“ (2011) angedeutete These, wonach man die Liebe nicht verstehen und damit relativieren dürfe, sondern einfach als etwas Absolutes anzunehmen habe, gerät diesmal zu einem fast zweistündigen Essay, der knapp am Kitsch vorbei schrammt: Der Versuch, die durchaus ernstzunehmenden Gedanken des Films in adäquate Bilder umzusetzen, gerät ihm zu wie ein Mantra ins Ungefähre abdriftenden Wiederholungen – der Zuschauer bekommt nichts, woran er sich festhalten könnte, und hat nur die Wahl, sich dem Off-Sermon Bardems auszuliefern. Am Ende hat man das vage Gefühl, Menschen bei luxuriösen Formen des Unglücklichseins zusehen zu dürfen – oder anders gesagt: Gott hat beim Entgegenkommen wohl etwas zu stark aufgeblendet.

„To the Wonder“ läuft bis 25.Juni (jeweils 20.30 Uhr) in der Lounge des Breitwand-Kinos Seefeld.

 

Über den Autor

Thomas Lochte (tlo)

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