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Wind im Glas: Iris von Huene eröffnet ihr neues Atelier

Die Ammersee-Künstlerin Iris von Huene lädt am kommenden Wochenende zu ihrer Ateliereröffnung ein. Die meisten Kunstliebhaber werden sie wohl als Holzbildhauerin kennen, die sich im Jahre 2008 in einer beeindruckenden Einzelausstellung in der - inzwischen verbauten - Kiesgrube in Mitterfischen mit riesigen Skulpturen vorstellte. Doch seit geraumer Zeit beschäftigt sie sich mit leichteren Dingen: Iris von Huene sammelt – Achtung! –  Winde.

Auf diese Idee gekommen ist sie anlässlich der Ausstellung des Künstlerkreises Ammersee mit dem Thema „Unterwegs“.  Sofort hat sie an Fahrtwind gedacht und angefangen, diesen in Gefrierbeuteln aufzufangen und einzutüten. Fahrtwind von der Fähre Dover-Calais, Fahrtwind in Italien, Fahrtwind von Landstraßen und Autobahnen, die sie in luftdicht abgeschlossenen Glasstürzen präsentiert. Man sieht also nichts. Aber diese Fahrtwinde sind katalogisiert und jeder Wind hat so seine Geschichte, weckt Erinnerungen und Gefühle. Als sie ihre ersten Winde zeigte, waren die Besucher so begeistert, dass einige ihr daraufhin Fahrtwinde mitbrachten und weil sich ein Fahrtwind aus Italien nun mal anders anfühlt, als ein Fahrtwind von der Fähre, arbeitet die Künstlerin eigentlich mit den Projektionen der Betrachter. „Ich bräuchte nur mit dem Finger zu schnipsen und alle würden mir Winde schicken“, lacht sie und wundert sich selbst über die große Resonanz. Die zarte Künstlerin wird wegen ihrer Windsammlung jedenfalls nicht belächelt. Seit neuestem setzt sie sich mit verschiedenen regionalen Winden auseinander. Mit Mistral, Föhn und Gora oder mit dem „Höllentäler“, der in Freiburg nur an warmen Sommertagen und an Hängen entsteht. Sie erforscht Thermik und Besonderheiten und befragt die Bevölkerung zu diesen Winden, weil nur sie eine besondere Beziehung zu ihren Winden hat. So lieben die Freiburger ihren „Höllentäler“, weil er den Smog vertreibt. Aber es gibt auch Winde, die sich nicht einfangen lassen. Eine Dame wollte unbedingt von ihrer Busreise Fahrtwind aus Kroatien mitbringen. Die Fenster im klimatisierten Bus ließen sich nicht öffnen. Also setzte sich der Busfahrer ein, hielt die Tüte aus seinem Fenster. Sie ist ihm aus der Hand gerutscht. Es sind also die Geschichten, die die Köpfe durchpusten beim Windsammeln. Wer  Konkretes sehen will, wird aber auch nicht enttäuscht werden in dieser Ausstellung. Denn neben Winden im Glas präsentiert die Künstlerin auch Handgeschnitztes, ein vergoldetes Ei oder ein Laubnest als „Wildkatzenerwartungsland“, auch Wasser aus der Donau und Neptungras. Natürlich sind diese Kostbarkeiten unter Glas.

Das Atelier von Iris von Huene wird am heutigen Freitagabend eröffnet, Beginn 19 Uhr in der Strittholzstraße 18 in Herrsching.

Über den Autor

Astrid Amelungse-Kurth (aak)

freie Journalistin mit Schwerpunkt Kunst, Kultur, Historisches, Tradition und Vermischtes

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