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"Windsbräute" in der Eiche - Beate Oehmann zeigt das Kunstwerk des Monats in Berg

„Windsbräute“ nennt Beate Oehmann ihre „ephemeren Installationen“, großformatige Fahnen, mit denen die Künstlerin öffentliche Räume und Plätze temporär bespielt.
Die Weilheimerin tut sich nicht immer leicht, einen geeigneten Platz zu finden. Es sei, so sagt sie, geradezu unmöglich geworden, die bunten Fahnen im Wind spielen zu lassen, „vollgemüllt“ seien Straßen und Plätze der Ortschaften, zugestellt mit Dekoware, Schildern und allerlei unnützem Kram. Dabei brauchen ihre leichten, meterlangen Stoffbahnen einen schützenden Gesamtraum, so etwas wie ein Dach, unter dem sie leise im Wind hin- und herschwingen können, sie benötigen die zarte Bodenberührung ebenso wie eine ausladende Weite, um ihre magische Energie völlig zu entfalten. Noch nie sei es passiert, dass ihre Fahnen mutwillig zerstört worden seien, stellt die Künstlerin mit einem gewissen Stolz fest. Jeder respektiere ihre Arbeiten, denen die Betrachter geradezu Ehrfurcht entgegenbringen.

Da ist die alte Eiche gegenüber dem Katharina-von-Bora-Haus, die seit 250 Jahren auf einem schmalen Grundstück in schönster Pracht gedeiht und die mangels einer gemeindlichen Baumschutzverordnung sogar im Grundbuch eingetragen ist, der rechte Platz. So wird das zwanzigste Kunstwerk des Monats diesmal im öffenlichen Raum präsentiert und nicht- wie sonst üblich - im Foyer des evangelischen Pfarrzentrums. Die Vernissage fand am Straßenrand statt, wo zahlreiche Kunstinteressierte in Grüppchen bei Brot und Wein über Oehmanns Arbeit und den von ihr auserwählten Fontanetext angeregt diskutierten. „Heitere Flaggen“, so heißt es in einem Gespräch der Erzählung „Graf Petöfy“ geben „dem Ganzen erst Ansehen und Charakter“. Es ist die Rede von einem „Herrn, der den Winden gebietet“ und „was in der Nacht unser Entsetzen gewesen war, das war tags darauf unsere Lust und unsere Wonne“.

Wichtig ist der Textilkünstlerin der flüchtige Eindruck. Jedes Mal, wenn die ehemalige Kunstpädagogin - sie unterrichtete am Gymnasium in Weilheim - ihre Fahnen zum ersten Mal aufhängt, „hat sie den Schock ihres Lebens“. Die Fahne wird dann in die Freiheit entlassen und zu einer „unberechenbaren Windsbraut, die tanzt, wie es ihr gefällt. Dann erst zeigt sich, ob die das Kind mit allem Notwendigen ausgerüstet hat, was es braucht, den Rest, weiß der Wind“.

Die „Windsbräute“ von Beate Oehmann hängen bis zum zweiten Mittwoch im September in der alten Eiche vor dem Katharina-von-Bora-Haus in Berg

Dieser (hierfür leicht geänderte) Text ist am 10. August 2012 im Starnberger Merkur erschienen

Über den Autor

Astrid Amelungse-Kurth (aak)

freie Journalistin mit Schwerpunkt Kunst, Kultur, Historisches, Tradition und Vermischtes

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