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Vasen, Tassen, Becher: Töpfermarkt in Dießen

Branchentreffpunkt, Kontaktbörse, Trendbörse, Einkaufsparadies – der Dießener Töpfermarkt ist alles. Vor allem aber ist er ein ganz und gar bezauberndes Stück lebendiges Brauchtum am Ammersee. An diesem Wochenende findet er zum 37. Mal statt, bei der Eröffnung am Donnerstag waren auch die Nachwuchstänzer des Heimat- und Trachtenvereins D’Ammertaler dabei.

Im zentralen Ausstellungspavillon kann man sich einen ersten Überblick verschaffen: Unter dem Motto „1001 Becher“ haben hier alle 150 Aussteller, die aus zwölf verschiedenen Ländern angereist sind, eine Kostprobe ihres Schaffens abgegeben. Handwerklich hergestelltes Gebrauchsgeschirr soll auch weiterhin ein Schwerpunkt des Marktes sein – und so finden sich auch an den weitaus meisten Ständen Tassen, Teller, Schüsseln und Vasen in unterschiedlichsten Materialien und Stilrichtungen von schlicht und traditionell bis poppig-bunt oder gar goldverziert und verschnörkelt. „Der Dießener Töpfermarkt ist der umsatzstärkste in ganz Deutschland“, weiß Wolfgang Lösche zu berichten, der den Markt seit vierzehn Jahren organisiert. 

Die Besucher drängen sich vor den Ständen mit Tonflöten, sie staunen vor der mobilen Töpferwerkstatt von Nikos Kaftalakis aus Kreta, der längst fester Bestandteil des Marktes ist. An sieben Töpferscheiben gleichzeitig formt er seine traditionellen Terrakotten, die früher als Vorratsgefäße dienten und heute als Blumentöpfe eine neue Renaissance erleben. Publikumslieblinge sind aber seit einigen Jahren auch die freundlichen kleinen Steinzeugfiguren, die Pia Keul auf der Wiese am Seeufer platziert. 

Ein zweiter Schwerpunkt des Marktes ist aber die künstlerische Keramik, für die jedes Jahr von einer Fachjury ein Preis ausgelobt wird. Auch Museumsleiter, Galeristen und Sammler sind unter den Ausstellungsbesuchern, um Kontakte zu knüpfen und Ankäufe zu tätigen. Diese kunstvollen Einzelobjekte sind im Ausstellungszelt im südlichen Marktbereich zu sehen. In diesem Jahr stellt dort beispielsweise der Koreaner Kiho Kang aus, der in der Keramikstadt Höhr-Grenzhausen lebt. Für seine Arbeiten wurde er vielfach ausgezeichnet, für eine in Dießen ebenfalls gezeigte Serie von dünnwandigen und extrem großen Gefäßen erhielt er den Bayerischen Staatspreis. Sein Markenzeichen ist die Verwendung einer weißen Porzellanmasse mit winzigen Einsprengseln. 

Kunstvoll gebaut sind die kleinformatigen Architekturen von Michael Cleff, der im vergangenen Jahr mit dem Dießener Keramikpreis ausgezeichntet wurde und auch in diesem Jahr wieder ausstellt. Organisch muten hingegen die Objekte von Monika Debus an: Sie werden aus Platten geformt, ihre Oberflächen sind mit breiten Pinselstrichen und einer Salzbrandtechnik gestaltet.

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

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