Liebe Besucher der Kulturwelle5,

leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir unser Kulturportal für das Starnberger Fünfseeland nach dreieinhalb spannenden Jahren einstellen.

Falls Sie einen Blick auf die Ereignisse der Jahre 2012 bis Anfang 2015 werfen möchten,
klicken Sie hier.

Wir wünschen allen Kulturveranstaltern und Kulturinteressierten viel Erfolg und alles Gute,
das Team der Kulturwelle5

Dornröschen nach der Party: neuer Jugendkrimi von Anna Schneider

Märchen gehören nach wie vor zu den gefragtesten Stoffen auf dem Kinder- und Jugendbuchmarkt. Noch immer prägen Schneewittchen und Co die Lesegewohnheiten der Jüngeren. Eine, die in den alten Märchenstoffen die Fragen und Realitäten der gegenwärtigen Jugend entdeckt, ist die in Gauting lebende Autorin Anna Schneider. Schon ihr im letzten Frühjahr erschienenes, sehr erfolgreiches Jugendbuchdebut „Blut ist im Schuh“ arbeitet mit Märchenmotiven und macht aus der Geschichte vom Aschenputtel ein aktuelles Drama um einen Schwesternkonflikt, eingebunden in das Gewand eines spannungsreichen Thrillers. Auch ihr neues, jetzt in der Reihe „planet girl“ bei Thienemann erschienenes Jugendbuch „Bald wird es Nacht, Prinzessin“ kombiniert die Märchenmotivik mit den Mitteln des Krimis.

Diesmal ist es das Märchen von Dornröschen, dem wie eine Tote so ewig schlafenden schönen Mädchen, das Anna Schneider als Vorlage und Inspirationsquelle diente für ihre hochexplosive Geschichte um Partydrogen, Mobbing unter Schülern und ein todkrankes, um sein Recht auf ein eigenständiges, normales Leben kämpfendes Mädchen: die sechzehnjährige Nova hat einen angeborenen schweren Herzfehler. Doch während ihre Eltern mit dieser Tatsache nicht wirklich umzugehen verstehen, versucht Nova, so zu leben wie alle anderen Gleichaltrigen. Sie testet ihre Grenzen aus, sucht ihren Spaß und geht selbstverständlich auch auf Parties. Doch dann wird ihr so eine Party zum Verhängnis. Es sollte die Party des Jahres werden. Tobi ahnte, dass sich diese Ankündigung soeben in völlig absurder Weise erfüllt hatte. Ganz deutlich spürte er noch das Kribbeln auf seiner Haut. Wenige Sekunden zuvor hatte er seine Lippen gierig auf die von Nova gepresst. (…) Nun lag sie mit seltsam verdrehten Gliedern vor ihm auf dem Boden, mit weit aufgerissenen Augen, den Unterkiefer heruntergeklappt, und erinnerte ihn fatal an eine leblose, hölzerne Marionette.
 
Irgendetwas Geheimnisvolles ist vorgefallen, ehe Nova auf dieser Party in ihren entsetzlichen Dornröschenschlaf fiel. Jessi, ihre beste Freundin, und der im Krankenhaus ein Praktikim absolvierende Daniel wollen herausfinden, was es mit der merkwürdigen Clique um Tobi auf sich hat und welche kriminellen Machenschaften hinter Novas Zustand stecken. Mit viel Gespür für die Realität ihrer jugendlichen Leser gestaltet Anna Schneider den Kriminalroman. „Bald wird es Nacht, Prinzessin“ ist ein ebenso einfühlsamer wie spannender Thriller um ein hochaktuelles Thema: Partydrogen und ihre nicht einschätzbare Wirkung.

Und noch ein zweites Thema greift die Autorin auf: das Recht junger Menschen auf ihr eigenes Leben, selbst wenn sie – wie Nova – todkrank sind. Um ihre Hauptfigur, die durch ihren komatösen Zustand nicht wirklich handlungsimmanent ist, dennoch zu Wort kommen zu lassen, lässt Anna Schneider sie in Videoblogs auftreten – schließlich will Nova, dass etwas von ihr bleibt, selbst wenn sie ihrer Krankheit irgendwann zum Opfer fallen sollte: Videoblog vom 13. Juli 2013. Ich frage mich wirklich, ob es so was wie einen Gott gibt, ob da oben jemand sitzt. Lacht der sich gerade ins Fäustchen, weil ich hier zappele und wüte? Um Zeit bettele? (…) Vielleicht sitzt der gerade mit seinen Engeln oben am Tisch und pokert darum, was mich schließlich fertigmachen wird. Die Nebenwirkungen der Medikamente? Oder doch das Herz, das es irgendwann nicht mehr packt? Vielleicht ist er ein echter Scherzkeks und lässt mich einfach von einem Auto überfahren.

„Bald wird es Nacht, Prinzessin“ von Anna Schneider aus Gauting ist ein ebenso spannender wie Diskussionen zwischen den Generationen anregender Thriller für Jugendliche ab vierzehn. Weitere Infos unter www.schneideranna.com
 
 

Über den Autor

Sabine Zaplin (sz)

Hinterlassen Sie ein Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA

Captcha-Sicherheitsfrage gegen Spam-Mail (kommt leider immer wieder vor) Bitte vervollständigen Sie folgende Rechnung: