Liebe Besucher der Kulturwelle5,

leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir unser Kulturportal für das Starnberger Fünfseeland nach dreieinhalb spannenden Jahren einstellen.

Falls Sie einen Blick auf die Ereignisse der Jahre 2012 bis Anfang 2015 werfen möchten,
klicken Sie hier.

Wir wünschen allen Kulturveranstaltern und Kulturinteressierten viel Erfolg und alles Gute,
das Team der Kulturwelle5

Bahnbrecher der abstrakten Kunst von den 50er Jahren bis heute - Quartett in Dießen

Die Bahnbrecher für die abstrakte Kunst diesseits und jenseits des Brenners sind jetzt in Diessen vereint: Das Fritz-Winter-Atelier stellt nicht nur die Klassiker des ehemaligen Hausherren aus, sondern zeigt auch, was sich in Italien durchgesetzt hat. Mit „Winter – Santomaso – Dorazio“ werden drinnen die 60er bis 80er Jahr beleuchtet. Während draußen im Garten Thomas Röthel mit imposanten Stahlskulpturen zeigt, was heute konkret Abstraktes ist.

Mit Fritz Winter (1905-1976) gelingt ein Rückblick auf die Basis moderner Kunst: Als Schüler von Klee, Kandinsky und Schlemmer entwickelt er seine Bildsprache der schwingenden Leichtigkeit und stabilisierenden Flächen, wurde angeregt von Naum Gabo und Ernst Ludwig Kirchner. Sein Lehrauftrag in Halle wurde ihm im Zuge der NS-Diktatur genommen, innere Emigration ins Diessen, Kriegsdienst und russische Gefangenschaft folgten. Mit der Professur in Kassel gewann er seinen Einfluss und seine Reputation zurück. Jetzt gehen seine teils kalligraphisch anmutenden, teils luftig Raum bildenden Blätter von 1951 bis 1975 eine zarte Korrespondenz mit zwei italienischen Kollegen der Zeit ein.

Giuseppe Santomaso (1907-1990), Fürstreiter für Abstrakte Kunst in Italien, gestaltet schwebende Ausblicke, Bögen, Lichträume. Feinste Struktur und Changierung wird kontrastiert durch kleine, spontane Farbakzente und klare architektonische Elemente. Er bietet in der Arbeiten der 80er Jahre genau so viel an konkreter Form, wie es braucht, um den Gedanken freien Lauf zu lassen.

Piero Dorazio (1927-2005) studierte zunächst Architektur, dann Bildende Kunst und bereitete in Theorie wie Praxis in Italien und auf zwei documenta-Ausstellung den Nährboden für Konkrete Kunst. In den 80er Jahren setzt er Spindel in farbiger Schraffur über- und nebeneinander, gedeckt oder leuchtend: ein Wechselspiel von Transparenz und Tiefe.

Wer nach diesen durchwegs zarten Grafiken hinaus geht in den Garten, wird unweigerlich von den mächtigen, tonnenschweren Stahlskulpturen von Thomas Röthel überwältigt. 1969 geboren, war der Holzbildhauer auf der Akademie Nürnberg und beschäftigt sich seit 1995 mit Stahlarbeiten. Auch wenn man spontan an Alf Lechner denken muss, so ist seine Behandlung des wuchtigen Materials doch eine völlig andere: Er zieht, dreht und biegt die kantigen Quader, unterbricht die Kuben mit Spiralen und Kurven, so dass sie jegliches Gesicht zu verlieren scheinen. Dass dahinter Schwerstarbeit steckt, das wird im Herbst sicher nochmals sehr deutlich werden: Dann wird für eine gewichtige Röthel-Ausstellung angeliefert. Darauf darf man gespannt sein.

www.fritz-winter-atelier.de

 

Über den Autor

Freia Oliv (fo)

Ausgebildete Redakteurin und Kunsthistorikerin mit Magisterstudium Kunstgeschichte, Germanistik und Völkerkunde. Darüber hinaus Autorin, Kunstvermittlerin, Dozentin und Reiseleiterin.

Hinterlassen Sie ein Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
CAPTCHA

Captcha-Sicherheitsfrage gegen Spam-Mail (kommt leider immer wieder vor) Bitte vervollständigen Sie folgende Rechnung: