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Bei Fee am See: Graffiti auf Hosen

Die spannendste Frage an diesem ungewöhnlichen Vernissagenabend bei „Fee am See“ wäre natürlich gewesen, ob er denn wirklich mit der Spraydose unterwegs ist, um illegale Graffitis an Hauswände zu sprühen. Eine Frage freilich, die sich von selbst verbietet. Aber Street Art und Graffiti in einer Galerie auszustellen, das geht eigentlich gar nicht. „Es ist, als würde man einen Adler in einen Käfig sperren“, sagt auch Daniel Feder selbst. Trotzdem hat der junge Kölner Grafikdesigner seine Dosen und Stifte eingepackt und ist vergangene Woche nach Starnberg gereist, um bei „Fee am See“, der kleinen Laden-Galerie von Rut von der Locht, Kunst anzufertigen und auszustellen: „Love, Peace & Happiness“ heißt seine erste Solo-Ausstellung mit legalen Graffitis auf Leinwänden und Papier.

Vor der Abreise nach Starnberg aber hat der 29-jährige Grafikdesigner Daniel Feder seine Leinwände wie Puzzleteile in ein „echtes“ Wandbild eingefügt, so dass er dem Starnberger Publikum, dass sich mit seinen Bildern „Love, Peace & Happiness“ ins Wohnzimmer holen soll, seine eigentliche Arbeit wenigstens als Foto zeigen kann. Und um dem Ganzen ein wenig mehr Authentizität zu verleihen, hat er direkt vor Ort auch Deko-Objekte und sogar Hosen besprüht, die Rut von der Locht in ihrem Laden neben individuellem Schmuck verkauft.

Aber auch auf der Leinwand arbeitet der Street-Art-Künstler, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat, nicht mit dem Pinsel, sondern setzt Acrylfarbe aus Spraydosen und Lackstifte ein. Seine abstrakten Farb-Form-Kompositionen sollen Stimmungen transportieren. Er bevorzugt helle und leuchtende Töne und vor allem Neon-Farben. Strukturen und lineare Muster entstehen mit einem Stift oder mit der gerissenen Kante einer Wellpappe auf. Für seine Papierarbeiten verwendet er die graffiti-typischen „Stencils“. Diese Schablonen aus Karton oder Kunststoff werden mit Farbe besprüht oder bestrichen, auf dem Untergrund erscheint dann das durch die Zwischenräume vorgegebene Motiv als Negativbild. Auf der Straße bringen Graffiti-Künstler damit ihre „Tags“, also ihre Zeichen oder Pseudonyme, an. Feder sprüht aufs Papier typografisch gestaltete Botschaften wie „In Fantasy we trust“. Sie sollen wie die fröhlich-bunten Farben für das Ausstellungsthema „Love, Peace & Happiness“ stehen – als seine eigene „Zufriedenheitsformel“ nennt der junge Künstler „Reisen + neue Menschen treffen x Sprühdose = Abenteuer“.

 

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

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