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FSFF-Dampferfahrt: Glühwürmchen im Regen

Fast 600 Besucher, nicht mehr als 500 Sitzplätze, strömender Regen. Die ZEIT schrieb einmal über die längst legendäre Dampferfahrt des Fünf Seen Film Festivals, sie sei „eine der schönsten Filmpartys der Welt“. Diesmal wäre sie für Matthias Helwig beinahe zum schlimmsten Moment des diesjährigen Festivals geworden. Dann griff er beherzt zum Mikrofon, bat um Verständnis, man möge zusammenrücken, die Aussicht genießen, das Beste draus machen: „Ich wünsche mir nur fröhliche Gesichter heute Abend.“ Und so kam es dann auch: Trotz kalter Regenschauer auf dem Oberdeck und hitziger Enge im Inneren der MS Starnberg wurde das „Goldene Glühwürmchen“ am Mittwochabend dann doch noch bei bester Laune an Julia Neuhaus für ihren Kurzfilm „Stiller Löwe“ überreicht. 

Auf zwei Leinwänden wurden zuvor die drei Kurzfilme gezeigt, die per Publikumsentscheid in drei „langen Nächten der kurzen Filme“ ausgewählt worden waren. In die Endrunde hatte es außerdem der zweiminütige Animationsfilm „High Wool“ von Moritz Mugler und Nikolai Maderthoner geschafft, zwei sich duellierende Cowboys aus nichts als einem langen Wollfaden. Viel Begeisterung hatte auch der skurrile Streifen „Lothar“ ausgelöst, dessen Protagonist zum Alleinsein gezwungen ist, weil er mit seinem explosionsartigen Niesen Glühbirnen, Toaster und schließlich die Welt zerspringen lässt. Aaron Hitz, Macher und Hauptdarsteller des 14-minütigen Films aus der Schweiz, nieste auch auf live auf dem Dampfer – zum Glück ohne fatale Folgen. Die Herzen der Zuschauer eroberte dann aber der sechsminütige Schwarz-Weiß-Film „Stiller Löwe“ von Julia Neuhaus aus Hamburg: In schnellen Bildern erzählt er die Geschichte eines gehörlosen Jungen, der ein schönes Mädchen kennenlernen will, dann aber am Rande einer Tanzveranstaltung in eine Schlägerei gerät. Die stampfenden Bässe, das hitzige Gedränge auf der Tanzfläche, der gewaltsame Angriff werden immer wieder aus seinem Erleben gezeigt, er kann sich nicht mit Worten verständigen, findet dann aber eine Sprache, die alle anderen sprachlos macht. Der weitaus größte Teil der Besucher stimmte für diesen Film.

Ebenfalls bei der Dampferfahrt wurde der diesjährige Gewinner des „Short Plus Award“ gekürt, für den der Verein Weitwinkel das Preisgeld von 500 Euro stiftet. Die Filme mit einer Länge zwischen 20 und 60 Minuten wurden bereits in der Woche vor Festivalstart gezeigt. Der erste Preis ging an den Dokumentarfilm „The Week Mandela died“. Florian Heinhold und Beatus Buchzik drehten in den Townships Südafrikas und besuchten die Gefängnisinsel Robben Island, sie zeigen hautnah die Kontraste des Landes, das sie in der Woche nach Nelson Mandelas Tod bereisten. 

Auch wenn es diesmal kein lauer Sommerabend war, sondern eher ein Vorgeschmack auf den Herbst und auch wenn man wohl die Schiffspassagiere an den restlichen vier Tagen des Filmfestivals an ihrem vieldeutigen Niesen erkennen wird – auch in diesem Jahr darf die Dampferfahrt als eines der Highlights des Festivals und als „eine der schönsten Filmpartys der Welt“ gelten. Und das "Goldene Glühwürmchen" hat auch im Regen seinen Weg gefunden.

Über den Autor

Katja Sebald (ks)

Autorin, Journalistin und Übersetzerin, studierte in München Kunstgeschichte, Neuere deutsche Literatur, Bayerische Kirchengeschichte und Italienische Philologie.

Kommentare

Zu dritt haben wir uns zu der Dampferfahrt entschlossen. Unter anderem auch auf Grund der tollen Pressemitteilungen. Obwohl wir vor 20 Uhr in der Schlange standen um auf das Schiff zu kommen bekamen wir keinen Sitzplatz mehr.
Ärgerlich wenn man weit anreist, ein recht teures Ticket gekauft hat und in drangvoller Enge 3 Stunden stehen soll.

Warum werden so viele Karten verkauft, und das noch in den Tagen zuvor, als klar war dass das Wetter schlecht wird???

Ein Ärgernis das uns veranlasst hat den Dampfer vor dem Ablegen wieder zu verlassen. Und wir waren nicht die Einzigen!

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